Urkundenverleihung: Neujahrslied-Singen gehört zum immateriellen UNESCO-Welterbe
Am 24. Juni verlieh der Bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker die Urkunden für die Neuaufnahmen in die Bayerische Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Unter den 21 Neuaufnahmen war auch das „Neujahrslied-Singen der Banater Schwaben“ als „gutes Praxisbeispiel“. Die Banater Post berichtete bereits darüber. (BP Nr. 10 vom 20. April 2026)
Initiatoren und Unterstützer des in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommenen „Neujahrslied-Singen der Banater Schwaben“ mit Politprominenz bei der Urkundenverleihung. Foto: Nikolaus Dornstauder
Bei der Entgegennahme der Urkunde im festlichen Ambiente der Münchner Allerheiligen-Hofkirche war auch eine Gruppe Banater Schwaben vertreten, darunter vor allem diejenigen, die sich über fünf lange Jahre intensiv und hartnäckig mit dem Thema befasst, die Unterlagen für die Bewerbung eingereicht und immer wieder neu aufbereitet hatten. Dazu gehörte der Bayerische Landesvorsitzende Harald Schlapansky, der Musikwissenschaftler Franz Metz und der Musikarchivar Anton Bleiziffer. Ihnen gelang der Nachweis, dass das gemeinschaftliche Singen des Neujahrslieds aus Sanktanna „eine wichtige identitätsstiftende Bedeutung“ hat.
Bei der Ehrung anwesend waren vom Landesvorstand auch Nikolaus Dornstauder (der die Verleihung in Bild und Ton festhielt) sowie Ramona Sobotta. Neben der Vorsitzenden der HOG Sanktanna Theresia Teichert nahm auch der Bundesvorsitzende Peter-Dietmar Leber am Festakt teil. Als Vertreter der jüngsten Generation waren die DBJT-Mitglieder Johanna Wischar von der Tanzgruppe München und Luis Kling von der Tanzgruppe Nürnberg zugegen.
Die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Vertriebene und Aussiedler Petra Loibl nutzte die Gelegenheit, den Banater Schwaben ihre Glückwünsche zu überbringen. Sie hatte die Bewerbung, welche bereits von ihrer Vorgängerin Sylvia Stierstorfer in Gang gesetzt worden war, mit großem Einsatz unterstützt.
In seiner Laudatio betonte der Volkskundler und Kulturwissenschaftler Dr. Daniel Dracsek die Bedeutung des gemeinsamen Singens. „Das in Variationen gesungene Neujahrslied bildet einen festen Bestandteil des geistlich geprägten Liedgutes der Banater Schwaben, das mittlerweile nicht mehr nur um Neujahr, sondern bei verschiedensten Anlässen im In- und Ausland gesungen wird. Bei solchen Veranstaltungen werden zugleich auch Musik, Tanz, Bräuche und andere überlieferte kulturelle Ausdrucksformen gepflegt.“ Er erwähnte die doppelte Wanderschaft des Neujahrslieds, das um 1770 in der Schweiz belegt ist, von dort in den Kraichgau gelangte und über die „Schwabenzüge“ ins Banat kam. In Sanktanna und einigen anderen Ortschaften sei es bewahrt und gepflegt worden, um mit der Rückwanderung der Banater Schwaben wieder nach Deutschland zu gelangen. Hier werde es weiter gesungen, bei Treffen der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna, aber auch von mehreren Chören und Singgruppen der Landsmannschaft in Deutschland und von Gruppen der Banater Schwaben in Rumänien.
„Das gemeinschaftliche Singen des Neujahrsliedes steht stellvertretend für die pflegerischen Bemühungen, eine identitätspolitische und kulturelle Verbindung zu den früheren Siedlungsgebieten herzustellen“, hob der Laudator hervor. Die Besonderheit des Sanktannaer Neujahrslieds liege weniger in seinem Text oder seiner Melodie, sondern vor allem „in seiner historischen Bedeutung“: Die Pflege dieser Liedtradition sei lebendiger Ausdruck einer „länderübergreifenden Brückenbauerfunktion.“
Die Singgruppe der anwesenden Banater Schwaben sang anschließend mit Akkordeonbegleitung von Toni Bleiziffer das Sanktannaer Neujahrslied, das mittlerweile, wie Johanna der Moderatorin bestätigte, bei den Brauchtumsseminaren der DBJT immer wieder gesungen wird. „Es ist etwas Mitgenommenes und Zurückgebrachtes“, bekräftigte Toni Bleiziffer, der selbst aus Sanktanna stammt und dieses Lied von Kindheit an kennt.
Landesseminar des Landesverband Bayern haben auch dieses Jahr wieder vom 16. bis zum 18. Januar 2026 die Räume des Jugendhauses in Heiligenstadt gefüllt.
Wenn der Mühlstein traget Reben und daraus fließt kühler Wein… Der Geruch von schwowischem Essen, die Klänge von „Mein Banater Land“ und „Veilchenblaue Augen“, sowie das Gefühl von Gemeinschaft, haben auch dieses Jahr wieder vom 16. Januar bis zum 18. Januar die Räume des Jugendhauses in Heiligenstadt gefüllt. Zum vierten Mal in Folge fand dort das Landesseminar Bayern des Landesverbandes der Landsmannschaft der Banater Schwaben statt. Hier sind insgesamt 57 Personen, aus Ingolstadt, München, Augsburg, Nürnberg und 17 Mitglieder der neugegründeten Würzburger Tanzgruppe zusammen gekommen, um gemeinsam, über die nächsten zweieinhalb Tage, die Tradition und das Brauchtum der Banater Schwaben zu pflegen.
Nachdem alle am Freitagabend angekommen sind, begann das Seminar mit einerUnterrichtsstunde, von Sven Konschitzky, in dieser gab er einen Einblick in die Geschichte der Banater Schwaben. Mit Hilfe eines Rollenspiels veranschaulichte er die Anfänge der Auswanderung ins Banat, die sich einige Zeit vor den drei großen Schwabenzügen ereigneten, dar. Im Anschluss daran wurden, begleitet von Oswald Reingruber und Ewald Buschinger, alt bekannte und neue Lieder gesungen. Bei diesem schönen Einstieg in das gemeinsame Wochenende wurde viel gelacht, neue und vertraute Gesichter gesehen, gesungen und natürlich gab es auch Zeit für nette Gespräche. Am nächsten Morgen haben sich alle, die Einen mehr die Anderen weniger ausgeruht, zum Frühstück wieder getroffen, das die Kochgruppe aus Ingolstadt für die ganze Gruppe vorbereitet hat. Gestärkt und motiviert konnte nun das Programm beginnen.Mit Sven Konschitzky wurden eifrig die Walzer und Polka Grundschritte erlernt. Die neuen DBJT-Tänze hat Ramona Sobotta vielen begeisterten Tänzern und Tänzerinnen beigebracht. Aber natürlich wurde nicht ausschließlich getanzt, bei dem Kurs „Plott it Yourself“ durften unter der Leitung von Jasmin Dornstauder und Jessi Buschinger Oberteile geplottert werden. Als Motiv haben die Beiden sich Pipatsche ausgesucht, um das Ganze schön schwowisch zu gestalten. Da sie sich bei diesem Workshop viel Mühe gegeben haben und auch im Vorfeld schon viel Zeit investiert haben, gilt den Beiden ein besonderes Dankeschön. Während der Pausen und am Abend hat das Kochteam wieder alles gegeben und alle mit ihrem köstlichen Essenverzaubert. Es fing an mit Ciorbâ de perisoare, weiter ging es mit gefüllten Hänchenschenkel auf gebratenem Gemüse und Sauerrahm und dazu Zwiebelfleisch mit Spätzle. Als Nachspeise gab es Vogelmilch. Nach dem Abendessen war das Programm aber noch lange nicht vorbei, wie es sich für ein Seminar der Banater Schwaben gehört wurde am Abend wieder getanzt, gesungen und gelacht. Für eine wunderbare Stimmung und gute Laune sorgte Robby Abendschein hinter dem DJ-Pult. Am nächsten Morgen wurden die Ergebnisse des Seminars vorgestellt und noch ein letztes Mal zusammen getanzt.
Den Abschluss machte wie jedes Jahr „Wahre Freundschaft“, hier floss auch die ein oder andere Träne und es wurde „füreinander Sorge getragen“. Nach einem emotionalen Abschied wie diesem fiel einem die Heimreise gar nicht so leicht. Um so schöner ist es, dass das Seminar für 2027 schon in Planung ist. Junge und junggebliebene, neue und alteingesessene Tänzer und Tänzerinnen sind auch im nächsten Jahr gerne gesehen, um wieder ein schönes, stimmungsvolles Wochenende gemeinsam zu gestalten.
81. Gedenktag zur Russlanddeportation am 11.01.2026
Der Landesverband der Landsmannschaft der Banater Schwaben gedenkt jedes Jahr in einer anderen bayerischen Stadt dem tiefgreifenden Ereignis der Russlanddeportation.
Der 81. Gedenktag wurde am 11.01.2026 um 14:00 Uhr am Gedenkstein des Würzburger Hauptfriedhofs abgehalten. Patrick Stanek, der Vorsitzende des Kreisverbandes Würzburg begrüßte alle anwesende Gäste, sowie die Fahnenabordnung der HOG Wetschehausen und des heimatlichen Kreisverbandes und lud alle im Anschluss zu Kaffee und Kuchen ins „Haus der Heimat“ ein. In seiner Rede, erinnerte Harald Schlapansky, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern, an das schwere Unrecht im Januar 1945, das bis heute in den Familien der Banater Deutsche nachhallt. Rund 35.000 Deutsche aus dem Banat wurden verschleppt und zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert.Tausende überlebten diese Jahre der Entbehrung, des Hungers und der Kälte nicht. Und für all jene die zurückkehrten, war die Heimat nicht mehr dieselbe. Ihre Familien waren enteignet, ihre Häuser verloren, ihre Würde verletzt. Ebenso betonte Herr Schlapansky, den Aufruf von Frau Dr. Petra Loibl, bayerische Beauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Das Schicksal der von Flucht und Deportation Betroffenen müsse gewürdigt werden, ihrer gedacht und Lehren für dieZukunft ziehen.
Auch wenn dieses Unrecht nicht wiedergutgemacht werden kann, ist die Entschädigungszahlung des rumänischen Staates an die Hinterbliebenen ein offizielles Zeichen dieses Leid anzuerkennen. Herr Pfarrer Adam Possmayer, beauftragter Priester für Aussiedler- und Vertriebenenfürsorge, zelebrierte den Wortgottesdienst am Gedenkstein. Auch er setzte ein Appell, dass die Verletzung der Menschenwürde und Freiheitsberaubung in der heutigen Zeit noch immer ein großes Problem darstellt und Menschen zum Spielball großer Mächte werden. Unter den Klängen der Bläsergruppe wurde seitens des Landesverbandes Bayern und des Kreisverbandes Würzburg je ein Kranz zu Ehren aller Deportationsopfer niedergelegt. Erinnerung darf nicht verstummen.
Silke-Maria Weisenburger
Blasmusik-Konzert in Ingolstadt: am 19. Oktober 2025 Ein Nachmittag mit Sonntagslaune
Der Co-Vorsitzende des „Freundeskreises Donauschwäbischer Blasmusik“ Norbert Merkle moderierte das Konzert und präsentierte die „Original Banater Dorfmusikanten“ aus München unter der Leitung von Walter Prinz. Fotos: Nikolaus Dornstauder
Die „Original Banater Schwabenkapelle“ aus Göppingen unter der Leitung von Peter Pohl eröffnete das Konzert, welches der „Freundeskreis Donauschwäbischer Blasmusik“ gemeinsam mit dem LV Bayern der LM der Banater Schwaben organisiert hat.
Auch in diesem Jahr gab es in Ingolstadt wieder ein Konzert des „Freundeskreis Donauschwäbischer Blasmusik“. Es wurde am 19. Oktober 2025 gemeinsam mit dem Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben durchgeführt.
Bereits eine Stunde vor Beginn füllte sich der Saal in Zuchering, einem Vorort von Ingolstadt, so dass an der Wand noch Einzelstühle aufgestellt werden mussten. Mittlerweile hat sich diese wunderschöne Veranstaltung herumgesprochen, denn sie lockt immer mehr Besucher an. Pünktlich um 14 Uhr eröffnete die „Original Banater Schwabenkapelle“ aus Göppingen unter der bewährten Leitung von Peter Pohl mit dem Marsch „Sonntagslaune“ von Peter Schad das Konzert. Die Kapelle hat ihre Wurzeln in der Banater Gemeinde Ulmbach.
Im Anschluss begrüßte der Landesvorsitzende Harald Schlapansky die Gäste, darunter den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Peter-Dietmar Leber, die bayerischen Vorstandsmitglieder und Manfred Binder vom Landesvorstand der Siebenbürger Sachsen. Der 2. Vorsitzende der Landsmannschaft der Donauschwaben in Baden-Württemberg und Co-Vorsitzende des Freundeskreises Norbert Merkle übernahm wie in den vergangenen Jahren die Moderation des Konzerts.
Kapellmeister Peter Pohl hatte eine bunte Mischung aus wunderschönen alten Klassikern, wie Jaromir Vejvodas „Nur wer die Heimat liebt“ gefolgt von „Im Wäldchen“ und „Wenn zwei Herzen fragen“ von Karel Valdauf, der „Südböhmische Polka“ und Antonin Borovickas „Die Kapelle hat gewonnen“ im Repertoire. Dazu kamen die jüngeren Hits wie „Tanz mit mir“ von Walter Grechting, „Böhmische Liebe“, „Verliebte Musikanten“ von Markus Ebner und der derzeitige Hit der Kapelle: „Liebesnacht“ vom Burgenländer Franz Göltl. Auch der beliebte Walzer unseres ältesten Mitglieds Robert Payer „Wenn der Wein blüht“ erklang, wie auch der alte donauschwäbische Walzer „Traum eines Kriegers“. Den Gesang übernahmen Peter und Richard. Frenetisch wurde Zugabe gefordert. Mit „Genieß dein Leben jeden Tag“ vom Jahrmarkter Musiker Helmut Kassner beendete die Kapelle ihr Konzert..
Nach einer kurzen Umbaupause übernahmen die „Original Banater Dorfmusikanten“ aus München unter der Leitung von Walter Prinz. Die Kapelle eröffnete mit dem Traditionsmarsch „Friedensruf“. Der erste Konzertteil war Klassikern wie der Hymne „Auf der Vogelwiese“, „Alte Linde“, „Resipolka“, Ernst Moschs „Sterne der Heimat“ und „Du, nur du“, sowie Jaromir Vejvodas „Sommernacht in Prag“ und „Liebling, ich hab dich tanzen sehn“ gewidmet.
Der zweite Teil wurde mit modernen Rhythmen eröffnet. Es erklangen Melodien von „Billy Vaughn“ „Jasmina“ und „Hallo süße Maus“ Auch wurde der Mentor der Kapelle Sepp Schmalz mit „Blaue Augen“ und „Mein Banater Land“ gewürdigt. Erst nach den drei Zugaben „Stremtal“, „Veilchenblaue Augen“ und noch einmal der „Resipolka“ endete dieser schöne Nachmittag, mit der Hoffnung auf eine Neuauflage im neuen Jahr
22. Kultur- und Heimattage in Augsburg am 16./17.Mai 2025
… noch 1 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 2 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 03 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 04 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 05 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 06 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 07 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 08 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 09 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 10 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 11 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 12 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 13 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 14 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 15 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 16 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 17 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 18 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 19 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 20 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 21 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
… noch 22 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
Der Countdown läuft … noch 23 Tage bis zu den 22. Kultur- und Heimattagen in Augsburg
Wir stellen euch in den nächsten Tagen unsere Institutionen und aktiven Gruppen mit Sitz in Bayern vor.
Quelle: Bayerischer Rundfunk 2025
Brauchtumsseminar des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, in Heiligenstadt.
Am Wochenende 17/18/19.01.25 trafen sich 62 Erwachsene, Kinder und Jugendliche auf dem jährlichen Brauchtumsseminar des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, in Heiligenstadt. Es galt die Traditionen und das Brauchtum der Banater Schwaben zu pflegen und die Gemeinschaft der Tanzgruppen in Bayern zu festigen. Dabei gab es einen Vortrag über die Faschingsbräuche der Banater Schwaben, es wurde Schmuck für den Kirchweihhut gebastelt, Banat-Schwäbische Volkslieder gesungen, Volkstänze getanzt und gemeinsam Kuchen gebacken. Ein herzlichen Dank geht an alle Referentinnen und Referenten, an die Mitglieder des Landesvorstandes, sowie an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zu diesem erfolgreichen und konstruktiven Miteinander beitrugen. Unterstützt wurde dieses Projekt vom Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern, über das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.
80 Jahre Russland-Deportation Gedenktag in München 12.01.25
Der Landesverband Bayern und der Kreisverband München der Landsmannschaft der Banater Schwaben gedachten gestern, am 12. Januar 2025, in München an die Deportation unserer Landsleute zur Zwangsarbeit in die damalige Sowjetunion, vor 80 Jahren, im Januar 1945. Fast eine jede Familie der Banater Deutschen war damals von der Deportation betroffen und selbst nach drei oder vier Generationen ist dieses Trauma nach wie vor in uns präsent und nicht vergessen. An dieses tiefgreifende Ereignis gedenkt der Landesverband Bayern jährlich und immer in einer anderen bayerischen Stadt. Der Landesvorstand Bayern dankt dem Kreisverband München und den Original Banater Dorfmusikanten München für die organisatorischen und logistischen Vorbereitungen, dem Kulturwerk der Banater Schwaben in Bayern für die Förderung, sowie allen Landsleuten für ihre Teilnahme an der Gedenkfeier.
Ein Gönner der Banater Schwaben
Der Ehrenbürger und Alt-Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt Peter Schnell ist am 3. November im Alter von 88 Jahren verstorben. Der frühere Oberbürgermeister war ein freundlicher Mensch mit politischem Weitblick und ein Gönner der Banater Schwaben.In seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von 1972 bis 2002 hat er viele wichtige Vorhaben in der Stadt verwirklicht. In seiner Amtszeit hat die Stadt Ingolstadt 1987 die Patenschaft über den Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben übernommen. Das geschah im Rahmen der Heimat- und Kulturtage der Banater Schwaben Bayern und anlässlich der Fahnenweihe des Kreisverbandes Ingolstadt. Peter Schnell war auch an der Verwirklichung des Banater Seniorenzentrums „Josef Nischbach“ in Ingolstadt maßgeblich beteiligt. Durchseinen Einsatz erhielt das Vorzeigeprojekt der Banater Schwaben volle Unterstützung bei allen beteiligten auf kommunalpolitischer Ebene. Das von der Stadtregierung genehmigte Projekt konnte im Jahr 1999 vom Hilfswerk der Banater Schwaben (damals geleitet von Helmut Schneider) umgesetzt und fertiggestellt werden.Peter Schnell war oft im Ingolstädter Banater Seniorenheim zu Gast und hat den Elan und die Leistungsfähigkeit der Banater Schwaben stets bewundert. Die Landsmannschaft insgesamt, besonders der Landesverband Bayern, das Hilfswerk der Banater Schwaben und der Kreisverband Ingolstadt sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir werden ihm immer ein ehrendes Gedenken bewahren. Peter Schnell wurde am 9. November in einem Ehrengrab der Stadt Ingolstadt beigesetzt.
Hans Metzger
Treffen der bayerischen Kreisverbände und Heimatortsgemeinschaften
Fruchtbaren Austausch brachte das Vernetzungstreffen der Kreisverbände und Heimatortsgemeinschaften in Bayern. Foto: Nikolaus Dornstauder.
Um über gemeinsame Ziele und Projekte zu sprechen und sich darüber auszutauschen, wie man aktuelle sowie zukünftige Herausforderungen gemeinsam stemmen kann, lud der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben am 19. Oktober 2024 die Vorsitzenden der Kreisverbände und Heimatortgemeinschaften in Bayern nach München ein. Insgesamt kamen 40 Gäste zu dem Treffen. Mit vier Vorträgen wurden die anwesenden Teilnehmer auf die Thematik vorbereitet.
Dr. Michael Nusser, Kulturreferent beim Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern, erklärte umfassend, wie Anträge auf Förderung von Veranstaltungen oder Publikationen beim Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern zu stellen sind. Nach einer kurzen Erläuterung führte er „live“ durch einen fiktiven Antrag und schloss auch damit, wie im Anschluss an ein gelungenes Projekt die Abrechnung erstellt werden muss. Das Kulturwerk fördert zahlreiche Veranstaltungen und Projekte der Banater Schwaben in Bayern und im Banat und ist damit eine große Stütze beim Erhalt und Leben der banatschwäbischen Kultur.
Danach stellte Christine Schneider das Banater Seniorenzentrum „Josef Nischbach“ in Ingolstadt vor. Als Heimleiterin konnte sie einen umfassenden Einblick in das Konzept und den Alltag im Seniorenzentrum geben. Neben den Fakten wie der Anzahl der Zimmer und den Voraussetzungen für die Bewerbung blieb den Zuhörenden vor allem im Gedächtnis, mit wie viel Liebe das Zentrum gestaltet ist. Regelmäßige Veranstaltungen, wie „schwowische Nachmittage“ oder Langosch-Essen, halten die Kultur für die dort wohnenden Menschen am Leben. Das ist es auch, was das Seniorenzentrum in Ingolstadt so besonders macht – es ist ein Ort der Heimat, an dem man sich unter Menschen wiederfindet, die die gleiche Kultur und Geschichte haben. Christine Schneider machte jedoch auch darauf aufmerksam, dass immer weniger Banater Schwaben sich für die Plätze anmelden. Solange sie mit ihrem Team verantwortlich sei, werde das Haus jedoch als spezifisches Banater Seniorenzentrum beibehalten.
Im dritten Vortrag stellte Franziska Müller das Heimathaus in Würzburg vor. Seit 1987 dient es als Museum für Banat-schwäbische Kultur, auch ist es ein fester Bestandteil der Würzburger Kulturlandschaft. Zu Beginn war es ein reines Trachtenpuppenmuseum, in dem 105 Puppen in handgefertigten Trachten aus dem gesamten Banat ausgestellt waren. Mittlerweile ist es ein Ort der Begegnung und der lebendigen Kultur. Regelmäßig kommen Gruppen zu Besuch, um das Museum zu sehen. Doch es finden auch Veranstaltungen statt und die Tanzgruppe nutzt die Räume zum Üben.
Zum Abschluss stellte Melanie Kling das Buch „Heimat im Gepäck – Vertriebene und ihre Trachten“ vor. Unter den vielen unterschiedliche Trachten, die in dem Buch abgebildet sind, widmen sich auch einige Seiten den Banater Schwaben. Für die Fotos stand die Trachtengruppe aus Nürnberg zur Verfügung. In dem Buch wird auch auf die Geschichte und modehistorische Entwicklung der Trachten eingegangen und dabei betont, wie wichtig diese für das Bewahren der Erinnerungen und für eine gemeinsame Kultur sind. In ihrem Referat berichtete Melanie Kling auch von dem eindrucksvollen Fotoshooting der Nürnberger Tanzgruppe.
All diese Präsentationen haben eindrucksvoll gezeigt, dass es in Bayern vielfältige Möglichkeiten gibt, das Banater Brauchtum zu pflegen. Wichtig war jedoch auch das persönliche Gespräch. Man nutzte die Gelegenheit, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Und wer am Abend noch Zeit hatte, konnte beim „Schwowetanz“ der „Original Banater Dorfmusikanten München“ nochmal das Tanzbein schwingen.
Erstellt von Franziska Müller
Konzert des Freundeskreises Donauschwäbischer Blasmusik in Ingolstadt
Die Pforzheimer Kapelle hat neben altbekannten Melodien auch einige Titel im Repertoire, die von Mitgliedern der Kapelle komponiert wurden. Foto: Nikolaus Dornstauder
Auch in diesem Jahr organisierte der „Freundeskreis Donauschwäbischer Blasmusik“, wieder ein Konzert in Kooperation mit dem Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, das am 13. Oktober in Ingolstadt stattfand. Bereits eine Stunde vor Beginn war der Saal im Vorort Zuchering voll belegt, es mussten an der Wand noch Einzelstühle aufgestellt werden. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass bei diesen traditionellen Konzerten ein wunderschöner Nachmittag zu erwarten ist, der immer mehr Besucher anlockt.
Unter der bewährten Leitung des Bassisten Franz Weinhardt eröffnete die Donauschwäbische Blaskapelle Pforzheim den Konzertnachmittag mit dem Titel „Es ist schön“ von Josef Konecny – ein Titel, wie er nicht besser als Motto passen könnte. Herwig Lehmann und Rudi Migra (der auch für die Tontechnik verantwortlich war) verschönerten den Titel mit ihrem Gesang. Der Landesvorsitzende Harald Schlapansky begrüßte anschließend die Gäste, darunter seine Vorstandsmitglieder und Manfred Binder vom Landesvorstand der Siebenbürger Sachsen.
Der Zweite Vorsitzende der Landsmannschaft der Donauschwaben in Baden-Württemberg und Schriftführer des Freundeskreises Norbert Merkle übernahm dann wie in den vergangenen Jahren die Moderation des Konzerts.
Die Pforzheimer Kapelle hat auch einige Titel im Repertoire, die von Mitgliedern der Kapelle komponiert wurden. So erklang vom Baritonisten Franz Ihm der Walzer „Zeitwandel“ und seine arrangierte Polka „Verliebte Musikanten“. Klarinettist Herwig Lehmann ist nicht nur ein hervorragender Musiker, der sechs Jahre Musikstudium in Rumänien absolviert hat,sondern auch ein sehr guter Komponist und Arrangeur. Von ihm erklangen die Polka „Ella“, welche der Enkelin von Franz Weinhardt gewidmet ist, und die „Sophie-Polka“ für seine eigene Enkelin. Dazu kamen auch viele Arrangements, wobei auch einige Schlagermelodien, wie „Hand in Hand“ oder „Und wenn die Nacht beginnt“ erklangen. Moderator Norbert Merkle, der seit etlichen Jahren mit der Kapelle eng befreundet ist, hat einen Text zum bekannten Walzer „Alte Linde“ geschrieben, der von Rudi und Herwig gesungen wurde. Höhepunkt des Auftritts der Kapelle war der bekannte Solotitel „Gesang der Lerche“, eigentlich für die Es-Klarinette geschrieben, aber von Herwig Lehmann für die B-Klarinette umgeschrieben. Dieser Titel riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Auch wurde die sehr beliebte Polka des Jahrmarkter Musikers Helmut Kassner gespielt: „Geniess dein Leben jeden Tag“. Mit dem Titel „Freunde lebt wohl“ sollte der Vortrag beendet werden, doch dem Publikum wurde noch eine Zugabe gewährt: die wunderschöne Polka „Svatebni cesta“ mit dem Text „Nun ade, bis bald, auf Wiedersehen“.
Nach einer kurzen Umbaupause übernahm im zweiten Teil die Siebenbürger Blaskapelle aus Nürnberg die Bühne. Deren Leiter Michael Bielz bildete auch gemeinsam mit Richard Taub das Gesangsduo. Die Kapelle eröffnete mit Kurt Paschers Polka „Böhmisch klingt’s am Schönsten“. Der Schwerpunkt des Repertoires der Kapelle liegt, wie bei vielen Siebenbürger Kapellen, bei der von Ernst Mosch geprägten Blasmusik aus dem Prager Raum. Es erklangen Titel, die wahrscheinlich viele noch von früher kannten, wie „Schönster Klang“ von Moric Byzom, „So viel Schwung“ von Jara Benes oder die „Optimistenpolka“ vom Altmeister Jaromir Vejvoda. Aber auch drei Titel aus unserem Siedlungsgebiet erklangen, so die Polka „Aha“ des Jahrmarktes Nick Loris, dem Sänger der Egerländer Musikanten. Dazu vom ältesten Mitglied des Freundeskreises Robert Payer, dem Gründer und langjährigen Leiter der Original Burgenland Kapelle, die beliebte Polka „Annelie“ und auch sein größter Hit „Wenn der Wein blüht“.
Im Laufe des Konzerts wurde öfters gefragt, warum man nicht tanzen könne. Für die finale Runde wurde die kleine Fläche vor der Bühne freigegeben. Im Nu war die Tanzfläche voll. Es erklang unter anderen noch die Polka „Habenichts“ von Josef Poncar und Peter Schads Hit „Kuschel-Polka“. Mit der Zugabe „Bis bald auf Wiederseh’n“ von Wenzel Zittner, ein Pseudonym von Ernst Mosch, beendete die Kapelle ihren Konzertteil.
Es war wie erwartet ein toller Nachmittag und viele freuen sich schon auf das nächste Blasmusikkonzert am 19. Oktober 2025.
Erstellt von Norbert Merkle
25 Jahre Seniorenzentrum Josef Nischbach in Ingolstadt
Nicht nur Heim, sondern auch Heimat
Am 13. Juli fand im Seniorenzentrum Ingolstadt das traditionelleSommerfest statt. Diesmal konnte ein besonderes Jubiläum gefeiert werden: 25 Jahre seit der Eröffnung des Seniorenheims.Viele Gäste und Besucher waren nach Ingolstadt kommen, um gemeinsam das Jubiläum zusammen mit den Bewohnern und Mitarbeitern des Heims zu feiern. Es galt, die Leistungen derer zu würdigen, die sich dafür einsetzen, dass dieses in Deutschland einzigartige Heim auch weiterhin das Zusammenleben der. Schwaben aus dem Banat ermöglicht und alten und pflegebedürftigen Banatern ein Stück Heimat bietet.In einem der Innenhöfe hatten die Hausmeister in tagelanger Arbeit eine Bühne aufgebaut, Sonnenschutzsegel angebracht und Stuhlreihen und Sitzbänke aufgestellt, die dann doch nicht für die zahlreichen Mitfeiernden reichten.Zu Beginn der Feier begrüßte Nikolaus Rennon als Vorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben, Träger des Seniorenzentrums, die Anwesenden. Als Ehrengaste waren die Zweite Bürgermeisterin Ingolstadts Dorothea Deneke-Stoll, die Stadträtin Brigitte Fuchs, der Stadtrat und Fraktionsvorsitzende der CSU Franz Wöhrl, der Bundesvor-sitzende unserer Landsmannschaft Peter-Dietmar Leber, der Landesvorsitzende Bayern und stellvertretende Bundesvorsitzende Harald Schlapansky, der Vorsitzende des Kreisverbandes Ingolstadt Johann Metzger und der ehemalige Bundesvorsitzende Bernhard Krastl zu begrüßen. Ein besonderer Gruß ging an die Witwe des verstorbenen Vorsitzenden des Hilfswerks Helmut Schneider, ohne dessen Initiative und Einsatz es weder das Hilfswerk noch das Seniorenzentrum gäbe. Auch bat der Redner, einen Gruß an einen weiteren Unterstützer des Heims, den Landtagsabgeordneten Hermann Regensburger zu übermitteln, der seine Teilnahme kurzfristig absagen musste.
Die Ingolstädter Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll wies darauf hin, dass das Ziel der Gründer dieses Heims, die Lebensqualität der Banater Schwaben im Alter zu steigern, voll aufgegangen, ja sogar ein richtiges Erfolgskonzept ist. Neben professioneller fürsorglicher Pflege sei für die Menschen auch Verständnis wichtig und dass man für sie da ist. Das Seniorenzentrum sei ein Ort, an dem sich die Menschen in einer familiären Gemeinschaft aufgehoben fühlen, das habe sie bei ihrem Besuch im letzten Jahr selbst erlebt. Sie hob die Besonderheit hervor, dass 14 der 55 Mitarbeiter des Seniorenzentrums schon von Beginn an, seit 25 Jahren, hier beschäftigt sind und damit wichtige Ankerpunkte dieser harmonischen Gemeinschaft. Sie dankte auch im Namen des Oberbürgermeisters und der Stadt allen jetzigen und ehemaligen Mitarbeitern für ihren Einsatz und die großartige Arbeit, die sie hier leisten. Nikolaus Rennon ging in seiner Festrede auf die Entstehungsgeschichte des Heims ein. Das Haus ist eng verbunden mit dem Namen von Helmut Schneider, auf dessen Initiative hin das Hilfswerk der Banater Schwaben 1989 gegründet wurde – mit dem Ziel, bedürftigen Banater Schwaben im Banat zu helfen. . Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre wurden lastwagenweise Güter ins Banat gebracht. Durch die Wende und den massiven Exo-dus der Banater Schwaben aus Rumänien haben sich die Aufgaben verschoben. Zunehmend ergab sich, dass die im Banat verbliebenen älteren Menschen Pflege brauchten. Mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung wurden deshalb Seniorenheime im Banat gebaut.
Die Ingolstädter Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll dankte im Namen der Stadt allen jetzigen und ehemaligen Mitarbeitern für ihren Einsatz und würdigte die großartige Arbeit, die sie geleistet haben und weiterhin leisten.
Auch hier war Helmut Schneider der unermüdliche Motor, er hat sich bis zu seinem letzten Atemzug um den Verein und auch die Belange dieses Hauses gekümmert. Von Anfang an wurde er begleitet von Peter Krier, der dann auch seine Nachfolge als Vorsitzender antrat. Aus gesundheitlichen Gründen konnte dieser bei der Jubiläumsfeier nicht dabei sein, weshalb Rennon ihm großes Lob und Dank übermitteln ließ. Die Heime in Rumänien fungieren mittlerweile unter einer Stiftung nach rumänischem Recht, der Adam-Müller-Gutenbrunn-Stiftung. Doch dann zeigte sich immer mehr die Notwendigkeit, auch hier in Deutschland für die Banater Senioren ein Heim zu schaffen. Nachdem keine passende Immobilie gefunden wurde, entschloss man sich dazu, einen Neubau zu errichten. Dank der Vermittlung durch den damaligen Stadtrat und Banater Landsmann Johann Metzger erklärte sich Ingolstadt als Patenstadt der Banater Schwaben 1997 schließlich bereit, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. In einer unglaublichen Zeit von zwei Jahren, einschließlich Planung und Bauzeit, konnte es im Dezember 1999 fertiggestellt werden. Durch das Haus ist für viele auch Heimat entstanden.
Schon beim zehnjährigen Jubiläum zählte man 260 Menschen, die betreut werden konnten, jetzt müssten es ungefähr 600 sein, die im Laufe der Zeit in diesem Haus gewohnt haben und betreut worden sind. Rennon hob hervor, dass dieses Haus nicht nur Seniorenheim, sondern auch ein Haus der Banater Kunst und Kultur, der Zusammenkunft und Pflege der Traditionen sei. Es sei offen für Menschen aus Ingolstadt und der Umgebung, aber auch aus ganz Deutschland. Ein Haus der Begegnung für Banater, aber auch für Freunde und Bekannte, für Gäste und Vereine aus Deutschland, Rumänien und der ganzen Welt. Nebenbei beherbergt das Haus die größte Sammlung von Gemälden und Aquarellen des Banater Heimatmalers Stefan Jäger, Gemälde von Franz Ferch, Plastiken und ein Denkmal des Künstlers Walter Andreas Kirchner. Banater Dichter und Schriftsteller gehen hier ein und aus und halten Lesungen, Sänger treten auf, Musiker halten Konzerte. Natürlich werden auch traditionelle Faschingsteste und sogar Kirchweihfeste organisiert, Trachten gepflegt und getragen und Gottesdienste gefeiert. Dabei ging von Seiten des Redners ein besonderer Dank auch Msgr. Andreas Straub für seinen unermüdlichen Einsatz. Nicht zuletzt werde auch der Verschleppung und Vertreibung und der Toten gedacht. Im Bewusstsein, dass dies alles geplant, organisiert und durchgeführt werden muss, dankte der Hilfswerks-Vorsitzende allen, die sich dafür einsetzen, allen voran der Heimleitung, den Hausmeistern, den Bewohnern, die sich auch tatkräftig einbringen und nicht zuletzt den Mitarbeitern und den Freunden des Hauses, die ehrenamtlich mitwirken. Dafür forderte er zum Applaus auf. Dass die Bewohner hier glücklich und zufrieden sind, sei vor allem der aufopfernden Arbeit der Mitarbeiter zu verdanken, die Rennon aus diesem Anlass würdigte. Er erinnerte an die schwere Zeit der Pandemie, in der diese ohne Rücksicht auf sich selbst ihre Aufgaben erfüllt haben. Im Hinblick auf die versammelten Vertreter aus dem Sozialbereich und der Politik wies Rennon darauf hin, dass es leider viele Hürden und Regularien gebe, die die Arbeit erschweren, und bat darum, nach Möglichkeit darauf hinzuwirken, die Arbeit der Menschen diesbezüglich zu erleichtern. Denn es sei offensichtlich, dass trotz aller Widrigkeiten und Schwierigkeiten alle ihr Möglichstes tun und ihr Bestes geben.
Der Bundesvorsitzende Peter-Dietmar Leber erinnerte an die Tradition der Banater Schwaben, ein Haus zu haben, das gehegt und gepflegt und dann an die nachfolgende Genreration weitergegeben wird. Viele hätten sich diese Gepflogenheit auch in der neuen Heimat bewahrt. In dieser Tradition sieht Leber auch dieses Haus, das seit 25 Jahren gehegt und gepflegt wird. Auch als Seniorenzentrum ist es in einer gewissen Weise ein Mehr-generationenhaus geworden, denn hier kommen auch die mittlere und jüngere Generation in den Gemeinschaftsräumen zusammen, die Trachtengruppe tanzt und musiziert hier und bindet die ältere Generation mit ein. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Namensgeber dieses Hauses Josef Nischbach, der bis in seine letzten Lebenstage rastlos für seine Gemeinschaft tätig war. Im Namen des Bundesvorstandes, des Landes- und Kreisverbandes dankte er allen, die sich für diese Gemeinschaft einsetzen und jeden Tag aufs Neue dazu beitragen, dass diese kleine Banater Welt erhalten bleibt. Den Bewohnern wünschte er einen schönen Lebensabend und alles erdenklich Gute. Als Erinnerung an diesen Tag überreichte der Bundesvorsitzende der Heimleiterin einen Apfelbaum; denn, „wer Bäume pflanzt, schaut hoffnungsvoll in die Zukunft.“ Nikolaus Rennon bedankte sich im Namen des Hilfswerks und begrüßte den Landtagsabgeordneten der CSU Alfred Grob, der zwischenzeitlich dazugekommen war.
Alfred Grob, MdL (CSU), würdigte die Banater Schwaben.
Begrüßung von Nikolaus Rennon , Vorsitzender des Hilfswerks.
In seinem Grußwort lobte Alfred Grob die Banater Schwaben, die schon vor 25 Jahren so vorausschauend waren, ein Seniorenzentrum zu errichten, bevor uns der Pflegenotstand erreicht hatte. Er zolle allen Respekt, die hier jeden Tag wichtige Arbeit leisten, sowie Anerkennung und Hochachtung auch all jenen, die dafür Sorge tragen, dass dieses Haus funktioniert. Der Landesvorsitzende Bayern Harald Schlapansky wies darauf hin, dass es zu unserer banatschäbischen Tradition gehört, für die ältere Generation zu sorgen. In dieses Haus zu kommen sei „ein bisschen wie heimzukommen ein Banater Dorf“: Hier spricht man noch unsere Banater Dialekte, man feiert die Feste, die Gottesdienste, gedenkt den Toten – das mache eine Gemeinschaft aus. Er dankte der Heimleitung und dem Team, insbesondere der „guten Seele dieses Hauses“ Ewald Buschinger, und allen, die dazu beitragen, dass dieses Haus weiterhin blüht. Nikolaus Rennon bedankte sich noch bei der Siebenbürgisch – Banater Blaskapelle, die für die musikalische Gestaltung des Nachmittags Nikolaus Rennon bedankte sich noch bei der Siebenbürgisch – Banater Blaskapelle, die für die musikalische Gestaltung des Nachmittags sorgte, und übergab das Mikrofon an die Heimleiterin Christine Schneider. Diese zeigte sich erfreut, dass trotz der vielen Probleme und Sorgen, mit denen Seniorenheime in der heutigen Zeit zu kämpfen haben, Zeit für so ein Fest bleibt. Möglich sei das dank der Mühe der „wunderbaren Mannschaft“ mit der sie arbeitet, die weiß, wie wichtig es für viele der Bewohner noch ist, die alte Heimat zu spüren. Sie dankte den Hausmeistern und den „Mädchen aus der Reinigung“, die man oft nicht wahrnimmt, weil alles klappt, aber auch dem Personal in der Pflege, das heute „den Rücken frei macht“, damit die anderen feiern können. Ein spezieller Dank ging an den Pflegedienstleiter Oliver Froschermeier, der der Leitung mit seinem Wissen und seiner langjährigen Erfahrung zur Seite steht, aber auch allen anderen, ohne die das Fest nicht stattfinden könnte. Besonders begrüßte sie ihre Vorgängerin Elisabeth Klein, die vor ihr 12 Jahre das Heim geleitet hat, und dankte ihr für die Unterstützung bei der Übergabe. Außerdem begrüßte sie Camelia Nistor, die ehemalige Leiterin der ambulanten Pflege, die sich um die Bewohner des betreuten Wohnens gekümmert und jetzt ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten hat, sowie Magdalena Riedl, lange Zeit Verwaltungsangestellte und stellvertretende Heimleitung – eine Mitarbeiterin der ersten Stunde, deren Enkel sich mittlerweile in der Tanzgruppe engagieren. Ihre Ansprache beendete sie mit einem Gedicht über die Herkunft und Geschichte der Donauschwaben.
Zahlreiche Besucher und Gäste kamen nach Ingolstadt, um das 25-jahrige Jubiläum des Seniorenzentrums zu feiern.
Die Blaskapelle begleitete nun den Einzug der Tanzgruppe des Kreisverbandes Ingolstadt. Im Namen der Mitarbeiter des Hauses sprach Silke Weisenburger einen Dank an das Haus aus, in dem sie so gerne arbeitet, in dem ihr Herz „schwowisch“ schlägt und Dank an „unsern Herrgott“, der allen jeden Tag aufs Neue die Kraft gibt, für die Bewohner dieses Hauses da zu sein. Der Senioren-Chor Ingolstadt sang, begleitet von Ewald Buschinger am Akkordeon: „Donauschwaben werden wir genannt“, danach tanzte die Tanzgruppe den Donauschwabenwalzer. Dem im Banat seit Helga und Werner Salm allseits bekannte und beliebte Lied „In einem Schwabendörfchen“ folgten die beschwingten Tänze „Die lustigen Leute“ und „Die alte Linde“, jeweils abwechselnd mit weiteren Liedern des Chors: „Mein Heimat-dorf“ und in schwäbischer Mundart: „Und zum Hans hat gsat es Gretche“. Es gibt keine Banater Tanzgruppe die nicht den Tanz zu den „Veilchen-blauen Augen“ in Repertoire hat. Dafür hatte auch die Heimleiterin ihre Tracht angezogen und tanzte mit. Nach dem letzten Lied des Chores „Ich kenn ein schmuckes Schwaben-dorf“ kamen dann noch einmal als Zugabe die „Veilchenblauen Augen“. Der Chor gab als Zugabe „Wenn der Wein blüht an der Donau“ drauf. Vor dem „Ausmarsch“ ehrte die Heimleitung Ewald Buschinger und seine Frau Erika zum 25jährigen Dienstjubiläum. Er sei nicht nur Küchenleiter, sondern auch „Musikus, Tanzer, Choreograph, manchmal auch Pausenclown“, der nicht nur für das gute Essen, sondern auch für die gute Laune und die Zufriedenheit der Bewohner und Mitarbeiter ständig ist. Seine Frau Erika ist tagein, tagaus für die Pflegedürftigen da. Die Heimleitung dankte ihnen für ihre großartige Leistung, für ihre Arbeit, ihre Kraft und für ihren Mut in schweren Zeiten. Zum Ende der Veranstaltung dankte Nikolaus Rennon der langjährigen Leiterin des Senioren-Chors Franziska Graf, die in dieser Feier noch nicht gewürdigt wurde. Sie habe über die Jahre viel für dieses Haus getan und sich unermüdlich engagiert, darum verdiene sie auch noch einen Applaus. Unter den Klängen der Blasmusik zog die Tanzgruppe wieder aus. Die Kapelle spielte noch einige Stücke. Das gemütliche Beisammensein mit vielen Gesprächen und Erinnerungen, zog sich bis in die frühen Abendstunden hin. Die gelungene Feier bewies mal wieder, wie das Miteinander die Gemeinschaft stärkt. Wir können dankbar sein, dass es dieses Heim gibt, das unseren Senioren eine Heimat bietet und in dem wir unsere Lieben in guten Händen wissen. Darum Dank an alle, die sich so viel Mühe geben, dass sich alle Bewohner wohl fühlen. Möge es uns lange erhalten bleiben
Siegrun Jäger
Schloss Nymphenburg
Neujahrsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten
Wertschätzung für das Ehrenamt
Beim Defilee mit dem Ministerpräsidenten (1): Der Landesvorsitzende Bayern Harald Schlapansky mit Partnerin Petra Kratzer.
Beim Defilee mit dem Ministerpräsidenten (2): Der Kreisvorsitzende München Bernhard Fackelmann mit Ehefrau Juiane. Fotos: BSK
Trotz der schwierigen außen- und innenpolitischen Lage hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gemeinsam mit seiner Frau Karin Baumüller-Söder auch in diesem Jahr zum traditionellen Neujahrsempfang geladen.Rund 1800 Gäste waren in der Münchner Residenz erschienen, darunter Minister, Politiker und Abgeordnete, aber auch prominente Vertreter aus Kultur, Wirtschaft, Religion und Sport sowie Vertreter der Landsmannschaften und des Bundes der Vertriebenen. Die Banater Schwaben waren durch den Landesvorsitzenden Harald Schlapansky und den Vorsitzenden des Kreisverbandes München Bernhard Fackelmann vertreten. Vom Kreisverband Nürnberg waren Helmine Buchsbaum und Edda Probst anwesend. Beim Defilee wurden die Gäste von Markus Söder und seiner Frau persönlich begrüßt und boten Gelegenheit zu einem Foto. Mit „Hello again“ – in Anspielung an das Lied von Howard Carpendale – begrüßte der Ministerpräsident die Gäste. Neben den vielen Amtsträgern galt sein herzlicher Gruß den Ehrenamtlichen. Er wies darauf hin, dass es ihm ein Anliegen sei, mit diesem Empfang dem Ehrenamt seine besondere Wertschätzung zu zeigen. Menschen, die etwas leisten, ohne nach Lohn zu fragen, die helfen und sich für andere einsetzen, zum Wohle Bayerns, dem „schönsten Land der Welt“. Der Empfang sei ein Dankeschön und solle dazu motivieren, weiterzumachen. Im Hinblick auf das vergangene Jahr, das nicht einfach gewesen sei, gelte es, Mut zu machen, Optimismus zu verbreiten und für die gemeinsame Zukunft Bayerns geschlossen an einem Strang zu ziehen. In den prunkvollen Räumen der Residenz fand anschließend der gemütliche Teil des Empfangs statt, der Gelegenheit bot, mit dem einen oder anderen Persönlichkeiten aus der Politik und den Verbänden ins Gespräch zu kommen und sich über weitere Projekte im neuen Jahr auszutauschen.
Bernhard Fackelmann
Blasmusik-Konzert in Ingolstadt am 12.11.2023
„Fliege mit mir in die Heimat“
Schon zum vierten Mal lud der Landesverband Bayern unserer Landsmannschaft zusammen mit dem „Freundeskreis Donauschwäbischer Blasmusik“ am 12. November zum beliebten Blasmusik-Konzert nach Ingolstadt ein. Die Halle beim Sport-gelände des SV Zuchering, einem Stadtteil von Ingolstadt, füllte sich schnell bis zum letzten Platz. Nachdem im vergangenen Sommer so extrem große Hitze herrschte, waren diesmal die Verhältnisse für einen schönen Nachmittag bestens.Der Landesvorsitzende Harald Schlapansky begrüßte die Gäste, darunter den Bundesvorsitzenden Peter-Dietmar Leber und den Vorsitzenden des Freundeskreises Richard Hummel. Moderiert wurde das Konzert wie gewohnt von Norbert Merkle, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Landsmannschaft der Donauschwaben, Landesverband Baden-Württemberg und Conferencier der tschechischen Spitzenblaskapelle Stribrnanka.Den ersten Teil des Konzerts übernahmen die Weinbergmusikanten aus Grafenberg unter der Leitung von Johann Wetzler, der aus Sackelhausen stammt.
Diese Kapelle ist seit der Gründung des Freundeskreises dabei und hat schon sehr viele Termine wahrgenommen. Dazu kommen etliche Gastspiele im Ausland, so in den USA, der Schweiz, Rumänien, Ungarn und im Blasmusik- „Mekka“ Tschechien.Da die Kapelle sonst instrumental spielt, half das Gesangsduo der Siebenbürger-Banater-Blaskapelle aus Ingolstadt, bestehend aus Kapellmeister Hermann Mattes und Werner Bieltz, aus. Sie sangen zunächst die beiden Titel von Sepp Schmalz „Bei den Donauschwaben“ und „Heimat an der Donau“. Neu im Repertoireder Kapelle ist die Ännchenpolka von Rudolf Strubl, die beim Publikum sehr gut ankam. Es erklangen viele Melodien, die man zum Teil schon in der alten Heimat gespielt hat: Polkas wie „Heimatfreunde“, „Winterrose“, „Südböhmische“,„Zwei Tränen“ oder „Trara es brennt“, die Walzer „Auf weiter Flur“, „Vergissmeinicht“ oder „Wenn wir zwei beim Tanz uns drehen“. Als besonderes Bonbon spielte Miro Drescher das Trompetensolo „Abendküste“. Zum Abschluss sangen noch einmal Hermann und Werner die „Alte Linde“ mit dem Text von Norbert Merkle. Als Zugabe gab es die von Miloslav Richard Prochazka arrangierte virtuose Version von „Rosamunde“.Nach einer kurzen Pause übernahm die Siebenbürger Blaskapelle Augsburg unter der Leitung von Siegfried Krempels. Petra, Manfred und Gerry wechselten sich als Gesangssolisten ab. Die Kapelle startete mit der Polka „Ein Herz für Blasmusik“, die Titelmelodie der neuen CD.Es folgen Polkas wie „Böhmisches Fest“ vom Siebenbürger Hans Bruss, „Grüß Gott ihr Freunde“, der Hit „Böhmische Liebe“, „Böhmisch klingt es am schönsten“, „Blaue Augen“ von Sepp Schmalz, oder das „Böhmische Potpourri“, welches von Zdenek Gursky zusammengestellt wurde. Vor der kleinen Pause spielte die Kapelle den „Katharinenländler“, wobei immer mehr Musikanten ausstiegen und am Ende des Stücks nur noch die Klarinetten spielten. Im Anschluss folgten noch die Hits „Egerländer Musikantenmarsch“, „Löffelpolka“ und „Fliege mit mir in die Heimat*. Besonderen Applaus erhielt Helmut Kassners neuer Hit „Genieß dein Leben jeden Tag“. Bei der „Polka mit Herz“ wurden alle Mitglieder vorgestellt.Als Zugaben spielte die Kapelle das „Potpourri mit Abschiedsliedern“ Ernst Mosch und die „Südböhmische Polka“. Moderator Norbert Merkle wünschte allen einen guten Heimweg und bat die Zuschauer, allen unseren Verbänden weiterhin die Treue zu halten und sie zu unterstützen. FDB
21. Kultur- und Heimattage des Landesverbandes Bayern Gemeinschaft zeigen in der Patenstadt
Alle Mitwirkenden der 21. Kultur- und Heimattage des Landesverbandes Bayern auf einen Blick: Trachtenträger, Fahnenabordnungen, Blaskapelle und Ehrengäste
Ein imposanter Trachtenzug, begleitet von den Klängen der Original Banater Dorfmusikanten aus München und mit einer Reihe von Fahnenabordnungen an der Spitze – das war die sichtbare Präsenz der Banater Schwaben aus Bayern in ihrer Patenstadt Ingolstadt, die am 8. Juli die 21. Kultur- und Heimattage des Landesverbandes Bayern feierten. „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“, stand als Zitat von Franz Kafka auf der Einladung zu den Heimattagen. Nach der Abstinenz der Corona-Zeit war dies eine sehnsüchtig erwartete Gelegenheit, sich mal wieder zu treffen und in der Öffentlichkeit sehen zu lassen.
Der Auftakt hatte bereits am Vorabend stattgefunden: Im Josef-Nischbach-Haus, der bekanntesten Einrichtung der Banater Schwaben in Bayern, war das Münchner Lehár-Ensemble unter der Leitung von Franz Metz zu Gast, um mit einem beschwingten Konzertabend unter dem Titel „Das Lied von Temeswar“ an die derzeitige Kulturhauptstadt Europas zu erinnern.
Am Samstagmorgen fanden alle in der imposanten Moritzkirche zusammen, die bis zum letzten Platz gefüllt war. Pfarrer Josef Hell zelebrierte, assistiert vom Vorsitzenden des Kreisverbandes Nürnberg Lucian Mot, den feierlichen Gottesdienst, der von der Donauschwäbischen Singgruppe Landshut hochkarätig musikalisch umrahmt wurde. In seiner Predigt umriss der Pfarrer den Schicksalsweg der Banater Schwaben, die nach einer Wanderung in den Osten zusammengefunden hatten, um als Gruppe wieder zurück in die Heimat ihrer Vorfahren zu kommen. Ein wichtiges Element ihres Zusammenhalts sei stets ihr Glaube gewesen, der es ihnen möglich gemacht habe, Schicksalsschläge zu überwinden und unbeirrt ihren Weg zu gehen. „Dankbar rückwärts – mutig vorwärts – gläubig aufwärts.“ Diesem Spruch, der in der Quintessenz die Lebenseinstellung der Banater Schwaben umschreibe, fügte der Pfarrer noch ein „seitwärts“ hinzu, die Liebe zueinander, die eine Gemeinschaft zusammenschweißt. Ein besonderer Blickfang waren die beiden Ministrantinnen in Wetschehauser Tracht, die auch der Pfarrer am Ende lobend erwähnte. Ungewöhnlich war das Fehlen von Orgelklängen im Gottesdienst, die Singgruppe trat a cappella auf. Erst beim letzten Lied, „Großer Gott, wir loben dich“, wurden die Gläubigen zum Mitsingen aufgefordert, ein imposanter und würdiger Abschluss des Festgottesdienstes.
Die vielen bunten Trachten, die man in der Kirche aufgereiht gesehen hatte, setzten sich nun in Bewegung, um sich in der Fußgängerzone den Blicken der Ingolstädter und der vielen Banater Schwaben, die von nah und fern angereist waren, zu stellen und einige Tänze vorzuführen. Derweil empfing die zweite Bürgermeisterin der Stadt Ingolstadt Dr. Dorothea Deneke-Stoll, die auch die Schirmherrschaft über die Kultur- und Heimattage übernommen hatte, eine Abordnung der Banater Schwaben im Rathaus. Sie zeigte sich beeindruckt von der Präsenz der Banater Schwaben, die seit 1987 „Patenkinder“ der Stadt Ingolstadt und hier immer gern gesehen sind. Wie vielfältig die Verbindungen und Verflechtungen der Banater zu Ingolstadt sind, umriss der bayerische Landesvorsitzende Harald Schlapansky in seiner Ansprache im Rathaussaal, nämlich „historisch, sozial und sichtbar“. Die historische Verbindung ist bedingt durch die Donau, auf der die Ulmer Schachteln auch an Ingolstadt vorbei (und dort durchaus auch verweilend) Richtung Osten zogen. Doch es gibt noch eine weniger bekannte Verbindung über den Grafen Florimund Mercy, erster Gouverneur von Temeswar, der die Weichen für die Ansiedlung der Banater Schwaben gestellt hatte. Er war in Ingolstadt verwurzelt, denn sein Vater und sein Großvater waren dort Stadtkommandanten gewesen. Beide sind in der Moritzkirche bestattet, wo zuvor der Festgottesdienst der Heimattage stattgefunden hatte. Der soziale Bezug der Banater Schwaben zu Ingolstadt liegt im Seniorenzentrum, dem Josef-Nischbach-Haus, wo viele Banater Schwaben im Betreuten Wohnen oder im Pflegeheim in der vertrauten Gemeinschaft von Landsleuten ihren Lebensabend verbringen. Als sichtbaren Bezug der Banater Schwaben zu Ingolstadt nannte der Landesvorsitzende das im Herbst 2019 errichtete Denkmal am Donauufer, eine angedeutete „Ulmer Schachtel“ und drei künstlerisch gestaltete Tafeln, die auf die Verbindung hinweisen. Er bedankte sich für 36 Jahre Patenschaft und erinnerte daran, dass 15000 Banater Schwaben in Ingolstadt und Umgebung eine Heimat gefunden haben und diese seit Jahren aktiv mitgestalten.
Das Denkmal am Donauufer war das nächste Ziel des Trachtenzuges, der sich zu den Klängen der Blasmusik in Bewegung setzte und die Blicke der Passanten auf sich zog. Auch hier hieß die Bürgermeisterin und Schirmherrin nochmals alle herzlich willkommen. Dr. Michael Nusser, Kulturreferent des Kulturwerks Banater Schwaben Bayern, hatte nun Gelegenheit, die Arbeit des Kulturwerks vorzustellen, das mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales die Kulturarbeit der Banater Schwaben in Bayern nachhaltig fördert, nicht zuletzt auch diese Kultur- und Heimattage in Ingolstadt.
Höhepunkt der Heimattage war die Festveranstaltung im Ingolstädter Stadttheater, wo der Zug mit den zehn Fahnenabordnungen verschiedener Kreisverbände und Heimatortsgemeinschaften an der Spitze einzog. Der Landesvorsitzende Harald Schlapansky begrüßte mehr als 400 Festgäste und besonders die Ehrengäste, die sich im Stadttheater zu diesem festlichen Anlass eingefunden hatten. Zu ihnen gehörten neben der Schirmherrin Dr. Dorothea Deneke-Stoll der Landtagsabgeordnete Andreas Lorenz, die Generalkonsulin Rumäniens in München Janette-Constanta Carabasu, der bayerische BdV-Vorsitzende Christian Knauer in Begleitung seiner Geschäftsführerin Stefanie Sander-Sawatzki und des BdV-Vorsitzenden im Kreisverband Ingolstadt Manfred Binder und auch mit Annemarie Probst, Vorstandsmitglied im BdV Landesverband. Begrüßt wurde auch Stefan Ihas, Präsident des Weltdachverbands der Donauschwaben und Karl-Heinz Wendel, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Donauschwaben. Neben dem Bundesvorsitzenden unserer Landsmannschaft Peter Dietmar Leber nahm für den Bundesvorstand auch die Sprecherin der Heimatortsgemeinschaften Anita Maurer an der Festveranstaltung teil. Das Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern war vertreten durch seinen Vorstandsvorsitzenden Bernhard Fackelmann und den Kulturreferenten Dr. Michael Nusser, die DBJT durch ihren stellvertretenden Vorsitzenden Lukas Krispin. Herzlich begrüßt wurden die beiden Banaterinnen, die in bayerischen Stadträten vertreten sind: Helmine Buchsbaum in Nürnberg und Dr. Hella Gerber in Augsburg, wo sie jeweils beide auch in den Kreisverbänden und/oder der HOG-Arbeit eingebunden sind. Stellvertretend für 19 anwesende Kreisvorsitzende wurde Gastgeber Johann Metzger begrüßt, der mit seinem Team vom Kreisverband Ingolstadt mit beispielhaftem Einsatz dafür gesorgt hat, dass dieses Fest stattfinden konnte und der Ablauf reibungslos funktionierte. Auch die Leitung des Seniorenzentrums Josef Nischbach, Elisabeth Klein mit Stellvertreterin Christine Schneider, wurde eigens und dankbar begrüßt. Von den Heimatortsgemeinschaften waren 20 mit Vorstandsmitgliedern vertreten, stellvertretend begrüßt wurde Nikolaus Heber von der HOG Deutschsanktmichael.
Besonders begrüßt wurden die etwa 130 Teilnehmer des Trachtenzugs. Aus Bayern waren die DBJT-Tanzgruppen aus Ingolstadt, Augsburg, München, Nürnberg, Traunreut und Würzburg vertreten, verstärkt mit den Partnern der Donauschwäbischen Tanzgruppe Freising und von Gästen der Tanzgruppe Esslingen. Als besondere und jüngste Gäste wurden die Mitglieder der Tanzgruppe „Vergissmeinnicht“ aus Busiasch begrüßt, die mit ihrer farbenfrohen Bakowaer Tracht (Busiasch hat keine eigene) schon im Zug aufgefallen war. Die Jugendlichen im Alter von 10-15 Jahren haben unter der engagierten Leitung von Edda Kurz erst im Oktober des letzten Jahres zur Tanzgruppe zusammengefunden, zeigten aber gekonnt und ohne Scheu ihre Tänze vor dem großen Publikum, das ihnen einen besonders herzlichen Sonderapplaus spendete. Mit den beeindruckenden DBJT-Gemeinschaftstänzen sorgten die Tanzpaare zwischen den Grußworten für Abwechslung und Kurzweil. Musikalisches Geleit gaben ihnen die Original Banater Dorfmusikanten München, die auch unter Applaus in den Saal eingezogen waren.
Schirmherrin Dr. Dorothea Deneke-Stoll eröffnete den Reigen der Grußworte, indem sie die gute Integration der Banater Schwaben in Bayern und speziell in Ingolstadt lobte. Andreas Lorenz, Mitglied im Bayerischen Landtag, erinnerte daran, dass Bayern sich seiner Verantwortung für die Vertriebenen und für die Erhaltung ihrer Kultur stets gestellt habe und dies auch weiterhin tun werde, auch wenn die Bundesregierung diese Aufgabe teilweise aus den Augen verloren habe. Die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene Silvia Stierstorfer konnte aus terminlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen, schickte jedoch eine schriftliche Grußbotschaft, die Harald Schlapansky vorlas. Darin bescheinigte sie der Landsmannschaft der Banater Schwaben, eine der lebendigsten und aktivsten im Freistaat zu sein. Besonders hob sie ihren Einsatz als Brückenbauer nach Rumänien hervor: „Die Banater Schwaben sind ein Musterbeispiel für das Zusammenwachsen Europas und durch ihre Kultur eine einzigartige Bereicherung für den Freistaat“, betonte sie. Auch der BdV-Vorsitzende Christian Knauer hob die herausragende Rolle der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler für die wirtschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit, aber auch für die Bereicherung der Kulturlandschaft hervor. Er lud alle Anwesenden zum Heimattag des BdV Bayern am 16. Juli ein, eine weitere Möglichkeit, die Vielfalt der Vertriebenenkultur in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Eine spontane Wortmeldung kam von Stefan Ihas, Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben. In seinem Grußwort würdigte er den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Peter-Dietmar Leber für seine Verdienste um die Geschichte und Kultur der Banater Schwaben, aber auch der Donauschwaben weltweit, und verlieh ihm die Ehrennadel des Weltdachverbandes der Donauschwaben in Gold. Peter-Dietmar Leber zeigte sich überwältigt und dankte für die Ehrung und das Vertrauen. Er gratulierte dem Landesverband Bayern für den geglückten Neustart nach der Pandemie-Pause. Es sei wichtig, dass Kultur- und Heimattage in der Öffentlichkeit stattfinden, betonte er. Feste wie dieses zeigen, dass sich auch viele junge Leute zu Herkunft und Tradition bekennen. „Die heute hier sind, das sind die am besten integrierten Banater Schwaben. Das sind die Starken, die wissen, was unsere Identität ausmacht.“ Ein besonderes Lob galt der Zusammenarbeit mit der Gruppe aus Busiasch, der man damit ein Tor nach Europa öffne. Solche Kooperationsprojekte betreibe die DBJT mit großer Selbstverständlichkeit schon seit vielen Jahren.
Nach den letzten Tanzdarbietungen verabschiedeten sich die Trachtengruppen und gaben die Bühne frei für die Donauschwäbische Singgruppe Landshut, die dem beeindruckten Publikum bewies, dass sie im weltlichen Repertoire ebenso zuhause ist wie im geistlichen, das in der Kirche zu hören gewesen war. Der Rest des Abends gehörte der Geselligkeit – zunächst noch zu den Blasmusikklängen der Banater Dorfmusikanten, danach zu den flotten Rhythmen der „Primtaler“. „Wie fruchtbar ist der kleine Kreis / wenn man ihn wohl zu pflegen weiß.“ Dieser Goethe-Spruch stand als zweites Motto der Veranstaltung auf der Einladung des Landesverbandes. So lange der „kleine Kreis“ unserer Traditionen gepflegt wird, ist er fruchtbar. Das haben auch diese bayerischen Kultur- und Heimattage wieder auf beeindruckende Weise gezeigt.
Märzchenball für einen guten Zweck vom 11-13.04.2023
München: Benefizgala unter Beteiligung des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben
Am 21. März fand der zweite Märzchenball als Benefizgala im Festsaal des Sudetendeutschen Hauses in München statt.Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft für Integration und Migration SGRIM, vertreten durch ihre Vorsitzende Sevghin Mayr, und der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, vertreten durch den Vorsitzenden Harald Schlapansky, organisieren seit 2020 dieses Fest. In den letzten zwei Jahren ist der Märzchenball coronabe-dingt ausgefallen. Dieses Jahr wurden Spenden für den Verein „Hilfe für rumänische Waisenkinder“ aus Eiselfing bei Wasserburg am Inn ge-sammelt. Die Schirmherrschaft über die diesjährige Veranstaltung hatte die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung und Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer übernommen. Hauptanlass dieses jährlichen Festes ist die Tradition des Märchens zu feiern. Das Märchen ist ein Glücksbringer und ein Frühlingssymbol, das nicht nur in Rumänien, sondern auch in Moldawien, Bulgarien. Griechenland, Nordmazedonien und Albanien bekannt ist. Es soll symbolischen Schutz vor Gefahren bieten und die Erneuerung der Natur im Frühling beschleunigen. 2017 wurde es in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. An einem Stand waren selbstgebastelte Märzchen ausgestellt, nebenan stand die Spendenbox bereit.


Ein weiterer Anlass war die Aufnahme der Handwerkskunst der traditionellen Bluse mit Schulterstickerei, rumänisch altigà, ein Element der kulturellen Identität in Rumanien und der Republik Moldau, im Jahr 2022 in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Die „altiga“ ist ein wesentlicher Bestandteil der „ie“ genannten rumänischen und moldawischen Trachtenbluse und bezeichnet den handgestickten Teil auf den Schultern der Bluse. In der Vergangenheit vermittelte diese Bluse nicht nur Informationen über das Können und das Talent der Frau, die sie genäht hatte, sondern auch über den finanziellen Stand und den sozialen Status derjenigen, die sie trug, oder über den Familienstand und das Alter. Heute hat die Bluse mit „altità“ einen ästhetischen, identitätsstiftenden und kulturellen Wert. In ihrem Grußwort gratulierte die Integrationsbeauftragte Brendel-Fischer den Organisatoren und lobte die gute Integration der rumänischen Gemeinschaft in Bayern. Passend zu den aktuell laufenden Internationalen Wochen gegen Rassismus setzte sie ihren Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und zur Stärkung des interreligiösen Dialogs unter dem Motto „Vereint in Vielfalt – geschlossen gegen Rassismus“. Ihr Wunsch sei – wie es an diesem Abend geschehe -, andere Kulturen kennenzulernen und Gemeinsamkeiten zu entdecken, so Gudrun Brendel-Fischer. Zunächst stellte Dr. Georg Miethaner den von ihm geleiteten Verein „Hilfe für rumänische Waisenkinder“ vor, für den an dem Abend Spenden gesammelt wurden. Ziel des vor fast 30 Jahren gegründeten Vereins ist es, Kindern ohne sorgende Eltern ein familiäres und kindgerechtes Zuhause zu geben – ein Zuhause, wo nicht nur menschliche Grundversorgung im Vordergrund steht, sondern auch gute Schulbildung, pädagogische und psychologische Begleitung, um gut gewappnet zu sein, wenn die Kinder mit 18 Jahren ihren eigenen Weg in die Selbstständigkeit gehen. Umgesetzt wird dieses Ziel in den beiden Familienhäusern „Maria“ und „Josefa“ in Sanktanna. Zusätzlich unterstützt der Verein auch weitere hilfsbedürftige Kinder und Familien in der Gegend um Arad. Es folgte eine Parade der traditionellen „ie“-Kollektion von Cristina Chiriac aus Bukarest, Gründerin der Marke „Flori de ie“ und Präsidentin der Nationalen Konföderation der Frauenunternehmerschaft CONAF aus Rumänien. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, gilt die Botschafterin der rumänischen Unternehmerinnen und ist für viele Frauen ein Vorbild, Coach und Mentorin. Zehn Frauen aus München wurden von SGRIM speziell für diese Modenschau gecastet. Danach zeigte die Kindertanzgruppe des Münchner Kreisverbandes der Banater Schwaben ihr Können. Sie begeisterte das Publikum mit traditionellen banatschwabischen Tänzen.Am Ende der Veranstaltung konnte sich das Spendenergebnis sehen lassen: Der Verein „Hilfe für rumänische Waisenkinder“ freute sich über eine Spende in Höhe von 2000 Euro. Allen Spenderinnen und Spendern gilt unser herzlicher Dank.Für ihre Unterstützung danken möchten wir auch den Sponsoren:Alin Marius Körner – ProParket Koerner, Herbert Habenicht – Habenicht Architekten und Partner GmbH, Mirela Manolache – Coach & Integrationstrainer, loana Badelitã, Violeta-Marta Borlein, Monica Panait, Dipl.Ing. Adrian Conrad, Lie + Steiner Webdesign, Bogdan Balu – Getränkemarkt, Gabriela Marwell, Ramona So-botta, Robert Mayr.Großer Dank geht auch an das ehrenamtliche Team der beiden veranstaltenden Vereine: Sevghin Mayr, Harald Schlapansky, Ramona Sobotta, Gabriela Marwell, Maria Lie-Steiner, Laura Cozma, Emanuela Englert, Olga Birlea, Marilena Balan, Bogdan Balu, Astrid Kyri, Gertrude Húgel, Talida Mayr, Robert Mayr, Polina Ojog, Loredana Ojog, Lisa-Maria Klingler.Dieser Märzchenball hätte ohne die Förderung durch das Departement für Auslandsrumánen in Bukarest und den Migrationsbeirat der Landeshauptstadt München nicht stattfinden können. Vielen Dank dafür!
Brauchtumsseminar des Landesverbandes Bayern in Heiligenstadt vom 20-22.01.2023
Lebendige Tradition für Jung und Alt
Das Brauchtumsseminar des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. fand vom 20.22.01.2023 im Jugendhaus Leinleitertal, Familienzentrum, Heiligenstadt, erstmals wieder nach der Corona-Pandemie statt.
Die Veranstaltung, die sich der Vermittlung der Traditionen der Banater Schwaben widmet und die sowohl für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gedacht ist, wurde vom Kulturwerk Banater Schwaben e.V. Bayern gefördert. Der Einladung der Organisatorinnen Regina Marmann und Ramona Sobotta folgten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Kreisverbänden München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg und Ingolstadt.
Im Rahmen des Seminars war ein abwechslungsreiches Gruppenprogramm vorgesehen.
So konnte man an den zwei Tagen zwischen verschiedenen Kursen wählen, die abwechselnd jeweils vormittags oder nachmittags angeboten wurden.
Im Rahmen des Kurses Volkstänze, von Stefan Ruttner und Hansi Müller geleitet, wurden auch den Anfängern die beliebten Figurentänze wie z.B. „Veilchenblaue Augen“ vermittelt. Darüber hinaus tanzten sowohl Anfänger wie Fortgeschrittene zusammen die bekannten Gemeinschaftstänze. Oswald Reingruber war dabei für die Akkordeonbegleitung zuständig. Doch nicht nur Walzer und Polkaschritt wurden eingeübt. Hansi Müller, der aus dem Banat zu Gast war und dort zahlreiche Tanzgruppen leitet, zeigte und lehrte auch die auf dem Balkan beheimateten Kreistänze.
Im Kurs von Günter Kaupa war Jung und Alt dazu eingeladen, „schwowisch“ zu lernen. Anhand des, in die Dialekte verschiedener Banater Ortschaften übersetzten “Struwwelpeter”, konnten erwachsene Teilnehmer ihr “Schwowisch” auffrischen. Kinder und Jugendliche wurden durch Zuhören und selbst laut Lesen an die Mundart ihrer Eltern und Großeltern herangeführt.
Die Referentin Gabi Zimmermann lehrte hauptsächlich die jungen Mädchen und anwesenden Mütter die Kunst, Haare zu den traditionellen Frisuren zu flechten. Die alten Flechtfrisuren stellen das I-Tüpfelchen zur Tracht dar und dürfen deshalb auch nicht in Vergessenheit geraten.
Die Kochgruppe Augsburg verwöhnte die Teilnehmer des Brauchtumsseminars mit typischen banatschwäbischen Gerichten. So gab es unter anderem “französische Krumpiern”, mit “Brotworscht”, Händlfleisch mit Kartoffelpüree, Gemüsesuppe und selbst gebackenes Brot. Nachmittags hatte man an einem reichhaltigen Buffet die Auswahl an verschiedenen, selbst gebackenen Kuchen.
Am Freitag wurde den Besuchern des Seminars ein originelles Abendprogramm geboten. Zuerst versammelten sich die Teilnehmer aller Altersstufen zum von Stefan Ruttner geleiteten Chor-Singen, bei dem verschiedene typische Banater Kanons eingeübt wurden. Danach übernahm Günter Kaupa mit seiner Gitarre, der mit einem umfangreichen Repertoire von Schlagern die Teilnehmer im Stuhlkreis zum Mitsingen animierte.
Am Samstagabend unterhielt DJ Robert Abendschein die Gesellschaft mit Klassikern der Schlagermusik. Bis spät nachts wurde zu den schwungvollen Rhythmen der Musik getanzt und in geselliger Runde Gespräche geführt. Dabei durfte man das in den Kursen Gelernte noch einmal praktisch umsetzen. Die Teilnehmer konnten entweder im Walzer- und Polka-Schritt nach Herzenslust das Tanzbein schwingen, „Schwowisch redda“ oder dabei zuhören. Die Anwesenden „schwowischen Originale“ gaben in entspannter Atmosphäre auch eine ganz besonders amüsante Lektion zum Besten, nämlich, dass auch ein bestimmter Humor zum Banater Brauchtum dazu gehört.
Am Sonntag, beim Resümee der Veranstaltung, dankte Harald Schlapansky, der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, allen Organisatoren und Referenten und lobte das Engagement der Mitwirkenden. Es hatte sich gezeigt, dass aus den Mitgliedern der verschiedenen Kreisverbände schon eine eingeschworene Gesellschaft entstanden war. Menschen hatten nicht nur viel über die Bräuche ihrer Vorfahren erfahren, sondern waren sich in der Gemeinschaft näher gekommen. Es hatte sich auch als vorausschauend erwiesen, dass das Seminar sich an alle Altersstufen richtete. So lernten die Kinder und Jugendlichen von den Erwachsenen, die Tradition vorlebten. Rückblickend kann man sagen, das Seminar fühlte sich an wie „heimkommen“, zurückkehren zu unserem gemeinsamen Banater Brauchtum. Doch der Ansatz einer solchen Veranstaltung ist gleichzeitig in die Zukunft weisend, denn die Sitten und Bräuche wurden der anwesenden Jugend vermittelt. „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“
Der Kreisverband Ingolstadt und der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben gedachten am Samstag 14.01.2023
Nun sind es bereits 78 Jahre her, seit der Deportation von ca. 33.000 Banater Schwaben (Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren und Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren) im Januar 1945, in die Arbeitslager der damaligen Sowjetunion. Etwa 5000 davon überlebten dieses Kriegsverbrechen an unserer Volksgruppe bis im Jahre 1950 nicht und viele, hauptsächlich die Kinder der ehemals Deportierten, leiden noch heute an diesem Trauma. Der Kreisverband Ingolstadt und der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben gedachten am Samstag 14.01.2023, zusammen mit den Landsleuten im Banater Seniorenzentrum „Josef Nischbach“ in Ingolstadt den Verschleppten. Für die christliche Seelsorge geht ein herzlicher Dank an Monsignore Pfarrer Andreas Straub, sowie für die Organisation an Frau Elisabeth Klein, die Leiterin des Hauses. Zusammen mit den Fahnenträger des Kreisverbandes Ingolstadt und mit den Mitgliedern des Landesvorstandes war es ein sehr würdiger und bewegender Anlass, der mit einem gemeinsamen Gottesdienst und mit einem anschliessenden gemeinsamen Singen endete.
Empfang anlässlich des Nationalfeiertages von Rumänien 07.12.2022
Die amtierende Leiterin des Generalkonsulat von Rumänien in München lud mich am 07. Dezember 2022 zum feierlichen Empfang anlässlich des Nationalfeiertages von Rumänien ein. Es war mir eine große Ehre daran teilzunehmen. Mit guten Gesprächen und in freundschaftlichem Rahmen konnten wir diesen Abend geniessen. Meinen Dank geht an Frau Sabine Kahle-Sander (Mitte des Bildes), Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern und an Frau Janette-Constanta Carabasu, die amtierende Leiterin des Generalkonsulates von Rumänien in München (Rechts im Bild), für die anerkennenden Worte, für die Unterstützung und für die gute Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Bayern.
LV Bayern: Delegiertenversammlung zieht Bilanz und wählt neuen Vorstand am 27.11.2022
Der neu gewählte Vorstand des Landesverbandes Bayern, von links:
Ehrenlandesvorsitzender Peter-Dietmar Leber, Nikolaus Dornstauder, Gabriele Zimmermann, Regine Marmann, Ewald Buschinger, Landesvorsitzender Harald Schlapansky, Johann Noll, Ramona Sobotta, Martina Len-hardt, Alwin Müller sowie die Kassenprüfer Ana lanc und Kurt Lohmüller
Neue Wege und Formate in der Vereinsarbeit
Die Delegiertenversammlung mit Neuwahlen des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben fand am 27. November 2022 in der Sportgaststätte Zuchering in Ingolstadt statt. Dazu konnte der Landesvorsitzende Harald Schlapansky 40 Delegierte der Kreisverbände begrüßen.
Nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit und der Beschlussfassung über die Tagesordnung legte Harald Schlapansky den Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Landesverbandes in der Wahlperiode 2019-2022 vor. Obwohl das Vereinsleben infolge der Corona-Pandemie zeitweise zum Erliegen gekommen ist beziehungswiese stark eingeschränkt war, habe der Landesverband im Berichtszeitraum dennoch einige Veranstaltungen, zum Teil in digitalem Format, durchführen können, so der Landesvorsitzende. Schlapansky erwähnte die Veranstaltungen zum Gedenken an. die Russlanddeportation 2020 in Traunreut, 2021 in Landshut und 2022 in Regensburg, den Märzchenball in München im März 2020, das Online-Seminar zur Geschichte des Banats und der Banater Schwaben in drei Folgen mit Referentin Halrun Reinholz, das Online-Presseseminar mit dem verantwortlichen Redakteur der „Banater Post“ Walter Tonta, die Feier zum 35-jährigen Bestehen des Heimathauses in Würzburg, das während der Corona-Zeit renoviert wurde, im Mai 2022 sowie das dritte Donauschwäbische Blasmusikkonzert in Ingolstadt im Juni 2022. Darüber hinaus war der Landesverband Bayern Kooperationspartner bei mehreren Projekten der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene Sylvia Stierstorfer und des BdV Bayern.
Mit einem Ausblick auf aktuellé Projekte und Vorhaben des Landesverbandes zeigte sich Schlapansky überzeugt, dass die Vereinsaktivitäten in der neuen Legislaturperiode wieder in gewohnten Bahnen verlaufen werden.
Nach dem Bericht des Kassenwarts Johann Noll.und dem Bericht der Kassenprüfer Kurt Lohmüller und Ani lanc folgte eine Aussprache zu den vorgelegten Berichten sowie zu den Perspektiven und Strategien landsmannschaftlichen Wirkens im Landesverband Bayern. Anschließend wurde der Vorstand einstimmig entlastet.
Nächster Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Landesvorstandes, die unter der Leitung von Helmine Buchsbaum, unterstützt von Edda Probst und Petra Kratzer, durchgeführt wurde. Harald Schlapansky wurde als Landesvorsitzender einstimmig wiedergewählt. Die Wahl der vier stellvertretenden Vorsitzenden Regine Marmann, Nikolaus Dornstauder, Ramona Sobotta und Ewald Buschinger erlolgte ebenfalls einstimmig. Kassenwart Johann Noll wurde in seinem Amt bestätigt.
Zu Beisitzern wurden Martina Lenhardt, Alwin Müller und Gabriele Zimmermann gewählt. Die Kassen-prüfung obliegt weiterhin Kurt Lohmüller und Ani lanc.
Mit der Wahl der Delegierten zur Hauptversammlung des Bundesverbandes und einem Hinweis des Bundesvorsitzenden Peter-Dietmar Leber auf die Heimattage der Banater Deutschen 2023 in Temeswar endete die Versammlung.
3. Donauschwäbisches Blasmusikkonzert in Bayern Ingolstadt am 19.Juni 2022
Blasmusikliebhaber kamen voll auf ihre Kosten
Einen schönen Nachmittag erlebten die Besucher des dritten Konzertes donauschwäbischer Blaskapellen in Ingolstadt. Veranstaltet wurde das Blasmusikkonzert, das in der Sportgaststätte des SV Zuchering stattfand, vom Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben gemeinsam mit dem Freundeskreis Donauschwäbischer Blasmusik. Am Sonntag, dem 19. Juni, war es nach fast drei Jahren Corona-Pause wieder soweit. Pünktlich eröffnete die Original Siebenbürger-Banater Blaskapelle Ingolstadt unter der Leitung von Hermann Mattes mit Peter Schads Marsch „Jubiläumsklange“ den musikalischen Reigen, wonach der Vorsitzende des Landesverbandes Harald Schlapansky die Gaste begrüßte und sich erfreut zeigte, dass solche Veranstaltungen nun wieder moglich seien.
Der Schriftführer des Freundeskreises Donauschwabischer Blasmusik und Conférencier des tschechischen Spitzenorchesters Stribrnanka Norbert Merkle übernahm die Moderation des Konzertes. Aus seinem breiten Hintergrundwissen schöpfend, informierte er das Publikum detailreich über die Komponisten und die Entstehungsgeschichte der einzelnen Titel und wies auf die verschiedenen Stilrichtungen der Blasmusik hin. In beiden von der Siebenbürger-Banater Blaskapelle Ingolstadt bestrittenen Konzertteilen wurden viele Titel von Robert Payer, dem legendären Gründer und Leiter der Original Burgenlandkapelle, gespielt, so auch der erste Gesangstitel „Lasst euch grüßen“. Im ersten Teil des Konzerts brachte die Kapelle etliche goldene Hits der Egerländer Musikanten aus deren Anfangszeit zu Gehör, zum Beispiel „Ein neuer Tag“ (Slavonicka), „Fröhliche Jugend“ (Radostné mládi), „Rosen so rot“ (Panenko mo-drooká) oder „Auf der Vogelwiese“ (Pocápelská). Im zweiten Teil wurden neben den beiden Potpourris „Burgenländer Perlen“ 1 und 2 auch andere Rhythmen dargeboten, unter anderem zwei Potpourris des amerikanischen Swingkonigs Billy Vaughn. Besonderen Anklang fand der „Colonel Bogey Marsch“, der früher als Werbetitel für einen Kräuterlikör verwendet wurde. Mit dem Titel „Immer wieder Blasmusik“ von Roland Kohler verabschiedete sich die Siebenbürger-Banater Blaskapelle von den Zuhörern.
Nach einer kleinen Pause spielte die Musikkapelle der Banater Schwaben Augsburg unter der Leitung von Werner Zippel auf. Mit Robert Payers Titel .Grüß Gott. ihr Freunde“ eröftnete die Kapelle ihren Konzertteil. Auch sie bot einige Klassiker aus Böhmen dar, so zum Beispiel die Stücke „An unsere Freunde“ (Dévce jako rüze), „Nur wer die Heimat liebt“ (Snubni prstynek) oder „Gartenpolka“ (Vzahrádce). Auch der wunderschöne südböhmische Walzer „Stara lipa“ erklang, mit dem besonderen Text über unsere Heimat, den Moderator Norbert Merkle verfasst hat.
Ernst Moschs Lieblingstitel „Böhmischer Wind“ und Peter Schads „Kuschelpolka“ sorgten für gute Laune. Natürlich kamen unsere donauschwäbischen Stücke „Mach dir das Leben schön“. Robert Payers „Wenn der Wein blüht“ und der größte Hit von Sepp Schmalz „Mein Banater Land“ besonders gut an. Norbert Merkle bedankte sich am Schluss bei den beiden mitwirkenden Kapellen, die bei extrem großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit eine hervorragende musikalische Leistung erbracht haben. Ein ganz großes Dankeschön richtete er an den Landesvorstand Bayern unter Harald Schlapansky für die perfekte Organisation. Die Augsburger Kapelle beschloss das Konzert mit Antonín Zváceks schöner Polka „Uplakana“ und spielte noch „Bis bald, auf Wiedersehen“ als Zugabe. Hoffentlich können so schöne Konzerte in Zukunft wieder häufiger stattfinden. Freundeskreis Donauschwäbischer Blasmusik.
Heimathaus der Banater Schwaben feiert 35. Jubiläum 07.05.2022
35-jähriges Jubiläum des Heimathauses Würzburg der Banater Schwaben – im neuen Glanze. Das feierten wir gebührend am vergangenen Samstag. Mit guter Blasmusik, Tanzvorführungen und mit vielen Ehrengästen begrüßten uns die Würzburger Banater Schwaben mit leckeren Kuchen, Salate und verschiedenen Grillspezialitäten. Herr Paul Lehrieder (MdB), Herr Hans-Jürgen Weber (Altoberbürgermeister der Stadt Würzburg) und Frau Albina Baumann (BdV Unterfarnken)gaben sich die Ehre und viele Ehrenträger unserer Landsmannschaft mehr. Einen herzlichen Dank geht an die vielen Helferinnen und Helfer aus dem Kreisverband Würzburg und an das Kulturwerk der Banater Schwaben in Bayern, sowie an das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, als Förderer dieser Veranstaltung.
Stilles Gedenken am 15. Januar 2022
„Stilles Gedenken“ des Landesverbandes Bayern zusammen mit Herrn Anton Enderle, Vorsitzender des Kreisverbandes Regensburg der Landsmannschaft der Banater Schwaben und mit Herrn Kevin Back, Kulturreferent des Kulturwerks der Banater Schwaben in Bayern, an die Opfer während der Deportation unserer Landsleute zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion vor 77 Jahren.
Das Denkmal der Banater Schwaben wurde vom ehemaligen Ortsvorsteher Neutraubling, Herrn Emil Zimmermann (HOG Sanktanna) initiiert und steht seit 1989 im Oberen Katholischen Friedhof zu Regensburg.
In diesem Friedhof liegt auch das Grab unseres 2019 viel zu früh verstorbenen Heimatpriesters und Landsmann Peter Zillich. Es war dem Landesverband Bayern und allen teilnehmenden Landsleuten ein Bedürfnis auch seiner mit einem Gebet und mit einem Kranz zu gedenken. Möge er ruhen in Frieden.
Geschichte der Banater Schwaben (Teil 3)
Online-Jugendseminar des Landesverbandes Bayern
Und weiter geht’s mit unserem Jugendseminar! Nach den Schwierigkeiten der Ansiedlung haben sich die Banater Schwaben mit ihren Nachbarn arrangieren müssen. Vor allem mussten sie sich immer wieder auf neue Obrigkeiten einstellen. In der letzten Folge haben wir erfahren, wie sehr die Ungarn das Banat bis zum Ersten Weltkrieg geprägt haben. Und danach gehörte es plötzlich zu einem ganz anderen Land, zu Rumänien. Wieder eine große Umstellung. Wie es den Banater Schwaben im weiteren, sehr wechselhaften Verlauf der Geschichte ergangen ist, wie sie während des Zweiten Weltkriegs vom Freund zum Feind der Staatsnation und schließlich zu einer Minderheitengruppe im sozialistischen Rumänien und zu „,Spätaussiedlern“ wurden, darüber werdet ihr im dritten Teil des Jugendseminars mehr erfahren. Auch diesmal haben wir von euch wieder viele positive Rückmeldungen zu unserem Geschichtsseminar bekommen. Katharina Mayer aus Bammental, die das Seminar mit ihrem Sohn verfolgt hat, schrieb uns: „In der heutigen Zeit von Globalisierung und Zuwanderung finde ich gerade auch die Geschichte der Banater Schwaben interessant, da sie zweimal ihre Heimat aufgegeben haben, um sich anderswo eine bessere Existenz aufzubauen, und alles hinter sich gelassen haben. Wie es auch meine Vorfahren getan haben, als sie vom Kraichgau (…) ausgewandert sind, und mit meinem Vater in den 80ern wieder als Aussiedler nach Deutschland gekommen sind. So sind wir einerseits, ur-deutsch‘ (von unserer Herkunft und Kultur her) und andererseits zweifache Migranten‘. Das finde ich sehr spannend“ Wir erzählen die Geschichte jetzt weiter. Der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben lädt euch und eure Freunde herzlich ein, wieder dabei zu sein: Wir treffen uns am Samstag, den 22. Januar 2022, um 11 Uhr zum dritten Teil unseres Online-Jugendseminars zur Geschichte der Banater Schwaben. Mit im Boot ist auch wieder das Kultur- und Dokumentationszentrum der Banater Schwaben in Ulm mit der Referentin Halrun Reinholz, die euch die spannenden Ereignisse nach dem Ersten Weltkrieg in Wort und Bildern präsentieren und anschließend eure Fragen beantworten wird. Selbstverständlich gibt es danach auch wieder ein Quiz, bei dem ihr euer neu erworbenes Wissen testen und Preise gewinnen könnt. Wir hoffen, ihr seid wieder alle dabei und sagt es auch weiter! Meldet euch bitte bis zum 15. Januar 2022 verbindlich bei Ramona Sobotta (E-Mail:ramona.sobotta@gmx.de) an! Der Online-Zugang wird euch dann zeitnahzugeschickt. Die Teilnahme an dem Online-Seminar ist für alle Beteiligten selbstverständlich kostenlos. Wenn ihr schon vergessen habt, was im ersten und zweiten Teil mit den Banater Schwaben passiert ist, könnt ihr die beiden Teile aufYouTube nachhören:
Teil 1 unter
Teil 2 unter
Seid dabei, wir freuen uns auf euch !
Homepage: Kulturwerk der Banater Schwaben e.V. Bayern
©2022 Kulturwerk der Banater Schwaben e.V. Bayern
Vorstandssitzung als Präsenzveranstaltung am 30.10.2021
Der Landesvorstand der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Bayern konnte sich am 30. Oktober 2021, Pandemie bedingt, erstmals nach 22 Monaten wieder zu einer Vorstandssitzung als Präsenzveranstaltung im Haus der Heimat in Nürnberg treffen. Dazu waren auch die beiden Rechnungsprüfer/-prüferin herzlich eingeladen. Die Freude wieder miteinander von Angesicht zu Angesicht reden zu können war sehr groß. Viele aktuelle Projekte und zukünftige mögliche Projekte und Veranstaltungen wurden besprochen.
Landesverband Bayern: Zweiter Teil des Online-Geschichtsseminars für Jugendliche
Wie lebten die Schwaben im Banat?
Wieso seid ihr eigentlich Deutsche, wenn ihr in Rumänien geboren seid? Und was habt ihr mit Österreich zu tun? Und mit Ungarn?
Das waren die Eingangsfragen für das Jugendseminar des Landesverbandes Bayern, das wie so vieles eigentlich als Präsenzveranstaltung stattfinden sollte. Schon den ersten Teil im Dezember konnten wir erfolgreich online abwickeln. Dabei kamen wir der Beantwortung unserer Eingangsfragen schon ein bisschen näher. Thema war die Ansiedlung und damit der Bezug zu Österreich. Im zweiten Teil ging es nun um das weitere Schicksal der Banater Schwaben, nachdem sie die ersten Schwierigkeiten in ihrer neuen Heimat überwunden hatten.
Auch dieser Teil musste im April als Online-Seminar abgehalten werden. Im Hintergrund stand wieder ein engagiertes Team um den Landesvorsitzenden Harald Schlapansky. Robert Abendschein sorgte in bewährter Manier (und mit mittlerweile reicher Erfahrung) für den reibungslosen technischen Ablauf. Ramona Sobotta koordinierte die Aktion vom heimischen Rechner aus. Die Referentin Halrun Reinholz hatte ihren Vortrag mit Karten und Bildern bereits vorab aufgenommen. Es ging diesmal um die spannende (aber auch spannungsreiche) Zeit bis zum Ersten Weltkrieg. Das 19. Jahrhundert brachte in ganz Europa ein neues Bewusstsein für nationale Eigenheiten, viele Völker strebten danach, einen eigenen Staat zu gründen. Ein schwieriges Unterfangen im Vielvölkergemisch der österreichisch-ungarischen Monarchie, in dem auch die Banater Schwaben mittlerweile einen festen Platz und hatten. Mit Fleiß und Geschick hatten sie das Banat zu einer Kornkammer gemacht und auch einen beachtlichen Wohlstand erreicht. Ihre Gebiete lagen aber im ungarischen Teil des Reiches und deshalb waren sie den zunehmenden Konflikten zwischen Österreich und Ungarn besonders ausgesetzt. Die nationalistischen Maßnahmen betrafen vor allem die Schulen und den Gebrauch der deutschen Muttersprache und erreichten ihren Höhepunkt durch den „Ausgleich“ im Jahr 1867. Doch es regte sich auch Widerstand dagegen. Damit war in diesem Teil die Eingangsfrage beantwortet, was die Banater Schwaben mit den Ungarn zu tun haben. Auch das Positive kam dabei zur Sprache, von Paprikawurst bis Doboschtorte.
Wie beim letzten Mal ergab sich nach dem Vortrag eine lebhafte Fragerunde im Chat. Für das versprochene Quiz danach hatte Andrea Kielburg gesorgt: Ehrgeizige Teilnehmer aus dem Banat und aus Deutschland traten den Beweis an, dass sie dem Vortrag aufmerksam gefolgt waren. Bei dem Kopf-an-Kopf-Rennen siegte das Team der „Banater Schwabenkinder“, das sind Mirjam Österreicher und Sarah Klein aus Karlsruhe. Für den zweiten Preis gab es zwei Sieger mit Punkte-Gleichstand: Astrid Kataro aus Keglewitschhausen im Banat und Dominik Schuld aus Königsbrunn. Den dritten Preis teilten sich ebenfalls mit gleicher Punktzahl Katharina Mayer aus Bammental und Jessica Buschinger aus Vohburg. Als Preise gab es Bücher mit Banater Themen zur „Fortbildung“. Rückmeldungen kamen nicht nur aus Deutschland und dem Banat, sondern auch aus den USA und Brasilien. Dorthin wurden die Quiz-Fragen verschickt, da die Interessenten wegen der Zeitverschiebung nicht live dabei sein konnten.
Neben dem ersten Teil ist nun auch der zweite auf dem YouTube-Kanal der Banater Schwaben unter https://www.youtube.com/watch?v=VwLuLjP__xk abrufbar. Hoffentlich kann der dritte Teil im Herbst wieder live stattfinden. Dennoch ist durch die Online-Vorträge das Material nun dokumentiert und abrufbar, was auch bei einer Fortsetzung geplant ist. Wer die Geschichte lieber nachlesen möchte oder an dem Quiz interessiert ist, kann die PDF-Dateien der Vorträge auch diesmal wieder beim Landesverband Bayern h.schlapansky@gmx.de oder bei Ramona Sobotta, ramona.sobotta@gmx.de anfordern.
LV Bayern Online Jugendseminar - Geschichte der Banater Schwaben - Teil 2
Wie ging es mit den Schwaben im Banat nach der Ansiedlung weiter ?
Nach unserem ersten Jugendseminar Ende November letzten Jahres haben wir von euch, liebe Jugendliche, sehr positive Rückmeldung bekommen. Viele von euch warten gespannt darauf, wie die Geschichte weitergeht. Bald ist es soweit!
Der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, lädt euch und eure Freunde am 24. April 2021, um 11.00 Uhr zum zweiten Teil unseres Jugendseminars zur Geschichte der Banater Schwaben ganz herzlich ein.
In vielen Gesprächen habt ihr uns zu verstehen gegeben, dass ihr gern mehr über dieses Thema erfahren wollt, das leider im Schulunterricht kaum zur Sprache kommt. Mit dieser Vortragsreihe wollen wir euch die Möglichkeit dazu bieten. Halrun Reinholz vom Kultur- und Dokumentationszentrum der Banater Schwaben in Ulm hat sich auch diesmal bereit erklärt, einen Vortrag vorzubereiten und zu präsentieren. Selbstverständlich gibt es danach wieder ein Quiz, bei dem ihr euer neu erworbenes Wissen testen und dabei Preise gewinnen könnt. Der erste Teil der Vortragsreihe ist übrigens unter www.youtube.com/watch?v=950eHN0wEL8 abrufbar.
Interessiert? Bitte meldet euch bis zum 21 April verbindlich bei Ramona Sobotta an,
E-Mail: ramona.sobotta@gmx.de, Der Online-Zugang wird euch dann zeitnah zugeschickt. Die Teilnahme an dem Online-Seminar ist für alle Beteiligte kostenlos.
Wir freuen uns auf euch!
Der Landesvorstand
Fruchtbarer Austausch der Aussiedlerbeauftragten Sylvia Stierstorfer mit dem Landesvorstand Bayern per Videokonferenz
Das im Halbjahresturnus angesetzte Treffen der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene mit dem Landesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Bayern konnte pandemiebedingt im letzten Halbjahr nicht stattfinden. Da es der Aussiedlerbeauftragten Sylvia Stierstorfer ein großes Anliegen ist, mit dem Landesverband der Banater Schwaben in Bayern in Kontakt zu bleiben, schlug sie eine Online-Videokonferenz mit allen Mitgliedern des Landesvorstandes vor, die am Abend des 8. Februar 2021 stattfand.
An der Videokonferenz nahmen neben Sylvia Stierstorfer ihr Büroleiter Dr. Matthias Lill und ihre persönliche Referentin Hanni Kinadeter teil. Seitens des Landesvorstandes waren Harald Schlapansky, Dr. Hella Gerber, Regine Marmann, Ramona Sobotta, Nikolaus Dornstauder, Ewald Buschinger und Alwin Müller zugeschaltet.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bedankte sich die Landesbeauftragte für das ehrenamtliche Engagement der Vorstandsmitglieder und lobte die landsmannschaftliche Arbeit auf allen Ebenen. Zudem betonte sie den hohen Stellenwert, der den Banater Schwaben, den Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern allgemein, in Bayern beigemessen werde, und versicherte, dass die Bayerische Staatsregierung und Ministerpräsident Dr. Markus Söder den Banater Schwaben ein verlässlicher Partner sei.
Die Wertschätzung, die die Bayerische Staatsregierung den Banater Schwaben entgegenbringt, widerspiegelt sich unter anderem in der institutionellen Förderung des Kulturwerks der Banater Schwaben in Bayern.
In ihrer Eigenschaft als Aussiedlerbeauftragte nahm Sylvia Stierstorfer 2019 an den Heimattagen der Deutschen im Banat in Temeswar und an Veranstaltungen unserer Landsmannschaft in Deutschland teil. Die Banater Schwaben liegen ihr sehr am Herzen und sie ist immer wieder von neuem begeistert von ihren Bräuchen, Trachten und Tänzen.
Im Laufe der Videokonferenz wurden neu anstehende Projekte konkretisiert. So wird es einen Podcast „Gespräche mit Zeitzeugen“ geben, die über ihr Leben in der alten Heimat und ihre Ankunft in Bayern berichten. Diese Schilderungen sollen der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus soll mit einem Jahreskalender auf Facebook auf geschichtliche Ereignisse, bedeutende Persönlichkeiten und Jubiläen der Landsmannschaft(en) aufmerksam gemacht werden. Zudem erhalten die Banater Schwaben die Möglichkeit, sich und ihre Traditionen in einer Faltbroschüre mit einem Bild zu präsentieren.
Das von der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene initiierte Jugendforum für junge Menschen aus Reihen der Landsmannschaften, das im März 2020 im Bayerischen Landtag unter Beteiligung von 60 Jugendlichen, darunter auch Vertreter der Landsmannschaft der Banater Schwaben, zum ersten Mal stattfand, wird dieses Jahr im Online-Format durchgeführt.
Zuversichtlich stimmt uns das Vorhaben der Bayerischen Staatsregierung, an einer Universität in Bayern einen Lehrstuhl für die Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen und Aussiedler zu schaffen. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass das Thema Flucht und Vertreibung für junge Menschen zugänglicher wird und auch in den Schulen seinen Platz findet, zumal es in Bayern bereits in den Lehrplänen verankert ist. Dr. Matthias Lill betonte, dass dabei die Geschichte aller ost- und südostdeutschen Volksgruppen „vom Baltikum bis in die Dobrudscha“ gelehrt werden solle.
Sylvia Stierstorfer informierte über das Projekt zur Digitalisierung der Bestände von Heimatstuben und Heimatsammlungen, mit dem Ziel, ein virtuelles Forums für derartige Einrichtungen zu schaffen, und lud die Banater Schwaben ein, sich daran zu beteiligen. Sie regte an, gemeinsam mit ihr das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg zu besuchen. Dabei bat Harald Schlapansky die bayerische Landesbeauftragte, sich dafür einzusetzen, das in der „Ostdeutschen Galerie“ in Regensburg auch Banater Künstler berücksichtigt werden, zumal die Geschichte der Banater Schwaben mit der Stadt an der Donau eng verbunden ist.
Landesvorsitzender Schlapansky zeigte sich zuversichtlich, dass das Kulturwerk der Banater Schwaben in Kürze seine Tätigkeit aufnehmen und der Kulturarbeit in Bayern neue Impulse verleihen werde. Er hoffe auf ein baldiges Ende der pandemiebedingten Einschränkungen und freue sich auf schöne Projekte und Veranstaltungen sowohl in Bayern als auch im Banat. Diese sollten hauptsächlich die Jugend darin bestärken, sich mit dem Kulturerbe der Banater Schwaben zu beschäftigen. Schlapansky bedankte sich bei der Aussiedlerbeauftragten für die großzügige institutionelle Förderung des Kulturwerks der Banater Schwaben in Bayern durch die Bayerische Staatsregierung.
Der Landesvorstand dankt Sylvia Stierstorfer für diesen äußerst konstruktiven und motivierenden Austausch. Die nächste Videokonferenz auf dieser Ebene ist für den Herbst 2021 geplant, sollte ein Treffen bis dahin aus pandemischen Gründen noch immer nicht möglich sein.
Teilnehmer der Videokonferenz, von oben nach unten, jeweils von links: Dr. Matthias Lill, Ewald Buschinger, Hanni Kinadeter, Sylvia Stierstorfer MdL, Ramona Sobotta, Dr. Hella Gerber, Regine Marmann, Alwin Müller, Harald Schlapansky, Nikolaus Dornstauder Foto: Screenshot
„Stilles Gedenken“ am 16 Januar 2021
„Stilles Gedenken“ des Landesverbandes Bayern zusammen mit Hans Szeghedi, Vorsitzender des Kreisverbandes Landshut der Landsmannschaft der Banater Schwaben, an die Deportation unserer Landsleute zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion vor 76 Jahren.
Das Mahnmal „Wider das Vergessen“ in Landshut wurde vor 20 Jahren als Erinnerung an das Leiden und an die harten Schicksalsschläge der Banater Schwaben im 20. Jahrhundert errichtet, aber auch als Zeichen des Dankes für die Aufnahme in Deutschland am Ende dieses steinigen Weges.
Am Montag (11.01.2021) sendete
Radio Temeswar – Ihre Sendung in deutscher Sprache ein Interwiew von Astrid Weisz mit Peter-Dietmar Leber
in dem es um die bisherige Vereinsarbeit der Landsmannschaft der Banater Schwaben und die Termine für das Jahr 2021 geht. Hören Sie rein!
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